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Review  11.05.2011 (Archiv)

'Schwarzkopf' Filmkritik

Der Gewinner des Diagonale-Publikumspreises überzeugt mit einer für einen Dokumentarfilm ungewöhnlichen Spielfilm-Ästethik, coolen Beats und polarisierenden Texten.

Männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund stehen dabei im Zentrum, geben einen Einblick in ihren Alltag und die Probleme, mit denen sie konfrontiert sind. Gebettet in einen ernsthaften Kontext, vergisst der Film jedoch nicht, sich dieser Thematik auf teils humor- und auch hoffnungsvolle Weise zu nähern.

Ardalan Afshar alias Nazar ist ein Wiener Rapper mit Migrationshintergrund, ein sogenannter 'Schwarzkopf' – wie er und seine Freunde sich gegenseitig nennen. Als kleiner Junge kam der gebürtige Iraner mit seiner Mutter nach Österreich und wuchs fortan in Wien-Favoriten auf. Damals hatten sie nicht viel, aber im Grunde alles, was man zum Leben brauchte. Trotzdem hatte Nazar den Eindruck, dass die anderen immer mehr hatten – und das wollte er auch.

Doch Nazar wurde nicht gerade mit offenen Armen in dieser neuen Welt empfangen, er hatte immer wieder Probleme in der Schule und auch zu Hause. Also ging er auf die Straße, um diejenigen zu finden, die so sind wie er, die aus ähnlichen Verhältnissen kommen und sich in einer vergleichbaren Situation befinden. Hat man sich jedoch erst einmal gefunden, verbringt mehr Zeit, von der man einfach zu viel hat, auf der Straße als anderswo und schwebt eine gewisse Perspektivlosigkeit stets wie ein Damoklesschwert über einem selbst, dann ist man oft nicht mehr weit davon entfernt, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.



So erging es auch Nazar, als er im Streit einen anderen mit einer Waffe bedrohte und sich daraufhin aufgrund einer Anklage wegen bewaffnetem Raubüberfall, die später fallen gelassen wurde, mit einer vierwöchigen Untersuchungshaft konfrontiert sah. Doch der Rapper will seine Vergangenheit hinter sich lassen und sich auf das konzentrieren, was er kann: die Musik.

Nächste Generation

Die Dokumentation fokussiert zwar auf Nazar, lässt jedoch auch andere Schicksale in die Handlung einfließen. So kommen auch seine langjährigen Freunde Vahid und Musti zu Wort, die ähnliche Erfahrungen schildern, und in ihrem Alltag begleitet werden. Darüber hinaus wird ein Bogen gespannt hin zu der nächsten Generation. Was zu Beginn in teils verschwimmenden Bildern wie Kindheitserinnerungen anmuten, formiert sich im Verlauf des Geschehens zu einem Blick auf den heutigen Nachwuchs. Nach wie vor begegnen einem hier ähnliche Schicksale und Situationen, dieselbe Unzufriedenheit, aber auch dieselben Wünsche und Hoffnungen.

Mangelhafte Ausbildung, Arbeitslosigkeit, Benachteiligung, soziale Probleme - kreisend bewegt sich der Film um diese Themen herum, markiert einen Teufelskreis, aus dem nur schwer auszubrechen ist. Gleichzeitig gibt es Momente, in denen die Möglichkeiten zur Veränderung zum Greifen nah erscheinen, etwa als Nazar seinem kleinen Bruder Rechenaufgaben stellt, die dieser schneller - und vor allem richtig – zu lösen vermag als er selbst. Es hat sich also etwas getan, seit Nazar hier angekommen ist - und doch könnte es seinem Bruder ähnlich ergehen wie ihm, wenn er nicht aufpasst.

Ventil

All diese Unsicherheiten, der wenig optimistische Blick in die Zukunft und das Gefühl, ein Fremder im eigenen Land zu ein, macht wütend. Diese Wut artikuliert Nazar in seinen Texten, verarbeitet so Schicksalschläge und befreit sich für einen Moment von dem Frust, der immer wieder in ihm aufkeimt. Was als Ventil gilt, polarisiert allerdings nur allzu leicht. So kann man die ein oder andere Aussage, die er oft mit einem aggressiven Unterton vor sich hin rappt, schnell mal in den falschen Hals bekommen. Und doch ist es auch genau das, was bei vielen anderen, die oft aus demselben Milieu stammen und ähnliche Erfahrungen gemacht haben, zur Identifikation führt.

Bilder: © Thimfilm


Bildergalerie

Nazar hat es in den Augen vieler geschafft. Er ist ausgebrochen, hat etwas erreicht und ist über die eng gesteckten Grenzen des 10. Bezirks und Österreichs hinaus bekannt. Doch seine Vergangenheit scheint ihn immer wieder einzuholen und man hat den Eindruck, als wäre es doch noch ein ganzes Stück Weg, das er zurücklegen muss, bis er endlich dort angekommen ist, wo er hin möchte. Dabei ist er nicht der Einzige, denn viele andere wollen genau dasselbe. Alles scheint sich darum zu drehen, möglichst schnell an möglichst viel Geld zu kommen - dass da dann oft andere Methoden wirkungsvoller scheinen, als einem legalen Job nachzugehen, wirkt naheliegend, vor allem, wenn man das Gefühl hat, sowieso nichts mehr verlieren zu können.

Verbindendes Element

Wie Nazar finden auch viele andere ihr Ventil im Hip Hop. So begleiten nicht nur Nazars Texte und Beats den Film, sondern auch andere kommen zum Zug und zeigen ihr Können. Schwarzkopf handelt also nicht nur von einer Randgruppe, sondern auch von einer sehr universellen musikalischen Stilrichtung, die schlussendlich doch als verbindendes Element ganz unterschiedlicher Herkünfte und Milieus gilt.

Dabei wartet der Film mit einer für einen Dokumentation teils ungewöhnlichen Ästethik und Machart auf, die eher einem Spielfilm gleicht. Die Kamera dient oftmals nicht einfach nur als Begleiter, sondern lässt ein Konzept dahinter erkennen. Es ist vor allem die Montage, die aus einer zielgerichtete Beobachtung gewisser Situationen einen dramaturgischen Spannungsbogen kreiert. So hat man zum Beispiel anfangs den Eindruck, als wären es Bilder aus Nazars Vergangenheit, wenn er Kindheitserinnerungen schildert und die Kamera währenddessen einen kleinen Jungen beobachtet. Erst nach und nach wird deutlich, dass es sich dabei um die nachfolgende Generation handelt, die auch heute noch in ähnlichen Verhältnissen aufwächst.

Offizielle Website
Filmkritiken auf filmtauchgaenge.at

'Schwarzkopf' ist eine sehenswerte Dokumentation, nicht nur, weil sie eine augenscheinliche gesellschaftliche Problematik ins Zentrum rückt, die es ernst zu nehmen gilt, sondern auch, weil sie noch dazu mit ihrer filmischen Machart, einer guten Portion Humor und einem wirkungsvollem Soundtrack überzeugen kann.

Kinostart Österreich: 6. Mai 2011

Alexandra Cech / filmtauchgaenge.at | www

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#Filmkritik


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