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Review  04.03.2011 (Archiv)

'Der Vater meiner Kinder' Filmkritik

Die Hommage an den französischen Produzenten Humbert Balsan geht in ihrer zweigeteilten Struktur ungewöhnliche und interessante Wege, wirkt aber letztlich nicht lange nach.

Der charismatische Workaholic Grégoire (Louis-Do de Lencquesaing) ist Chef seiner eigenen Filmproduktionsfirma und hat eine glückliche Familie, bestehend aus seiner liebenden Frau Sylvia (Chiara Casselli) und seinen drei Töchtern, um die er sich abends und an den Wochenenden mit letzter Kraft, aber großem Engagement kümmert. Doch in letzter Zeit häufen sich die geschäftlichen Probleme. Er hat große Schulden, will aber seinen geliebten Filmkatalog nicht verkaufen. Trotz der finanziellen Not kurbelt er weiterhin neue Projekte an und unterstützt aus filmischer Leidenschaft besonders einen eigenwilligen, kommerziell nicht erfolgreichen, dafür aber Geld verschleudernden skandinavischen Filmemacher. Um all seine Probleme in den Griff zu bekommen, arbeitet er wie ein Besessener, was aber wiederum zu Spannungen in seiner Familie führt.



Als alle Rettungsversuche für sein Lebenswerk scheitern, sieht er keinen anderen Ausweg, als sich das Leben zu nehmen. Seine Familie trifft das schwer. Die beiden jüngeren Mädchen können sich keinen Reim darauf machen, wie das überhaupt passieren konnte, die schon fast erwachsene Clémence (Alice de Lencquesaing) begibt sich auf Spurensuche in die Vergangenheit ihres Vaters und entdeckt ein lange gehütetes Familiengeheimnis, während Sylvia versucht, die marode Firma zu retten.

Wie es dazu kommen konnte

Auch wenn man ungern einen solch entscheidenden Handlungspunkt wie den Tod der Hauptfigur ansprechen möchte, hier ist es kaum vermeidbar. Grégoire nimmt sich nicht am Anfang oder am Ende des Films das Leben, sondern genau in der Mitte. Was in anderen Filmen ein absolutes No-Go wäre, ist hier das Zentrum von allem: darauf läuft zuerst alles zu, davon leitet sich später alles ab. Der Regisseurin Mia Hansen-Løve war es wichtig, sowohl der Vorgeschichte als auch den Auswirkungen dieses Ereignisses gleich viel Raum zu geben, was vor allem damit zu tun hat, dass es sich hierbei um eine Geschichte handelt, die vom Suizid ihres Mentors, des französischen Filmproduzenten Humbert Balsan, inspiriert wurde.

So zeigt der erste Teil des Films vor allem, was für ein charismatischer, filmbegeisterter, arbeitswütiger und auch liebender Mensch Grégoire ist, und wie sich in seiner Firma Probleme über Probleme häufen, gegen die er sich nicht mehr aufbäumen kann. Hansen-Løve erzählt flüssig, temporeich, mit einem Gespür für wachsende Anspannung, und bleibt dabei immer einem äußerst realistischen Ton treu. Rein technisch gesehen wäre es nicht notwendig gewesen, dass sich dieser Teil derart in die Länge zieht, aber hier hat wohl das Anliegen, einen Menschen, seine Leidenschaft und seine Sorgen möglichst ausführlich und differenziert zu zeigen, die Oberhand gewonnen. So lernt man einerseits viel über den komplexen Charakter von Grégoire (überzeugend gespielt von Louis-Do de Lencquesaing), gleichzeitig merkt man aber auch, dass sich seine Verzweiflung durch einen radikalen geschäftlichen Einschnitt, wie dem Verkauf der Rechte an seinen Filmen oder dem Konkurs seiner Firma, hätte abwenden lassen können.

  Bilder zum Film  1/6 weiter...


Und was danach geschah

Das Verständnis darüber, dass er auch andere Möglichkeiten gehabt hätte, ist wichtig für den zweiten Teil des Films, in dem die Mitglieder seiner Familie nach dem ersten Schock und der lähmenden Trauer versuchen, ihr und auch sein Leben fortzusetzen. Sylvia bemüht sich, Grégoires wichtigste Projekte zu Ende zu bringen. Seine älteste Tochter beginnt sich mit den von ihrem Vater so geliebten und geförderten Arthouse-Filmen zu beschäftigen und lernt einen Drehbuchautor kennen, der kurz davor stand, mit ihrem Vater ins Geschäft zu kommen. Doch sie erfährt auch von der größten Lebenslüge ihres Vaters. Letztlich müssen alle erkennen, dass das Leben, das Grégoire zuletzt führte, so nicht weiter geführt werden kann, dass sie es nun sind, die den großen Schnitt tun müssen, zu dem er nicht mehr fähig war.

Offizielle Website

Passend zu dem von Doris Day am Ende gesungenen 'Qué será, será', müssen alle Zurückgebliebenen die Dinge so akzeptieren, wie sie nun eben sind, Schmerzhaftes loslassen und einer noch völlig offenen Zukunft entgegen gehen. Auch wenn der Film lange Zeit nicht so richtig berühren will, vermitteln doch die letzten Minuten ein starkes Gefühl von sowohl schmerzhaftem, aber auch mutigem Fortschritt. Alles davor ist realistisch und interessant erzählt, nie langweilig, aber mit seiner ungewöhnlichen, zweigeteilten Struktur, emotional nicht wirklich packend. Es ist fast so, als würde es einem der Film selbst bewusst leicht machen, ihn wieder gehen zu lassen, um zum nächsten fortzuschreiten.

Kinostart Österreich: 4. März 2011

Carolin Färber / filmtauchgaenge.at | www

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