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Review  10.12.2010 (Archiv)

'David wants to fly' Filmkritik

David Sieveking hat ehrliches Interesse an der 'Transzendentalen Meditation', die ihm sein Idol David Lynch nahebringen will. Doch statt der Quelle der Kreativität offenbaren sich ihm ganz andere Geheimnisse der spirituellen Organisation.

Eine sehr persönliche, skurrile und erkenntnisreiche Dokumentation über einen Menschen, der auszog, Inspiration zu finden - und Wahrheit fand.

Nach dem Ende seiner Ausbildung fühlt sich der junge Berliner Filmemacher David Sieveking in einer Schaffenskrise. Abhilfe verspricht eine Konferenz, auf dem der von ihm verehrte Regisseur David Lynch über die kreative und Glück bringende Kraft der 'Transzendentalen Meditation' berichtet. In einem kleinen Ort in Iowa kommt David so zum ersten mal mit der von Guru Maharishi Mahesh Yogi gegründeten und inzwischen weltweit agierenden TM-Bewegung in Berührung. Er kann ein Interview mit Lynch persönlich führen und macht erste Versuche in 'Yogischem Fliegen', das unter anderem dazu dienen soll, der Welt Frieden zu bringen.

Zurück in Deutschland lässt sich David für mehr als 2000 Euro in die 'Transzendentale Meditation' einweisen. Als bald darauf Maharishi Mahesh Yogi - der einst schon den Beatles das Meditieren lehrte – stirbt, reist David spontan zu seiner Beerdigung nach Indien. Als vielversprechender neuer Anhänger darf er wenig später bei einer Veranstaltung im TM- Hauptquartier in Holland filmen. Dort jedoch zeigen sich erste Risse in der friedlich-glatten Oberfläche der Organisation. Als David nachhakt, schließen sich ihm plötzlich alle Türen der TM-Bewegung. Auch David Lynch rät ihm, TM und ihn in Ruhe zu lassen. Doch die Ungereimtheiten mehren sich und David lässt nicht locker. Verschwundene Millionen-Spenden, dubiose Gebet-Camps, das 'Unbesiegbare Deutschland' und viel Seltsames mehr finden sich auf dem Weg zum wahrem Kern der 'Transzendentalen Meditation'.

Selbst-Erfahrung

David Sieveking nähert sich dem Thema der 'Transzendentalen Meditation' als jemand, der den Weg des ehrlich Suchenden geht. Hoffnungsvoll, neugierig und manchmal durchaus naiv sucht er, wie viele andere, nach Selbsterfahrung, Glück und der Möglichkeit, sein kreatives Potential voll auszuschöpfen. So stellt er sich selbst als williges und ehrliches Versuchsobjekt in den Mittelpunkt dieser Dokumentation und lässt auch sein Privatleben, besonders seine wechselhafte Beziehung zu der Schriftstellerin Marie, eine entscheidende Rolle spielen.



Auch wenn dieser sehr persönliche Zugang zum Thema zuerst leicht irritiert, so erfüllt er doch einen Zweck. Es ist die clevere Methode, David in seinem Alltag sowie in seinen Problemen und Sehnsüchten zu verorten. Auf diese Weise kann er wie nebenbei Auswirkungen der spirituellen und investigativen Erfahrung auf sein Leben aufzeigen und scheint doch nur ein unterhaltsames Zwischenspiel zu liefern, über das man sich zuerst kaum Gedanken macht.

Vor der Nase

Natürlich kommt es nicht ganz unerwartet, dass sich TM als überaus dubioses Gebilde herausstellt, doch zu welch absurden Ausprägungen diese Bewegung im Stande ist und wie David Sieveking sie allein durch bloses Augen-offen-halten und Nachfragen aufdeckt, ist absolut sehenswert. Wenn man dem sensiblen Filmemacher zusieht, wie er mit großer Liebenswürdigkeit und einer guten Prise Humor oft einfach nur da ist, beobachtet und sich selbst Fragen stellt, merkt man, dass die Wahrheit meist vor unserer Nase liegt – und wir sie wohl allzu oft einfach nicht wahrhaben wollen.


David Sieveking mit Swami / ©  Poool Filmverleih
David Sieveking mit Swami / © Poool Filmverleih



Die elementaren Bausteine der Lehre Maharishis sind im Grunde äußerst einfach: das Meditieren mithilfe eines Mantras und das 'Yogische Fliegen', das den Weltfrieden herbeiführen soll. Dass diese beiden harmlos wirkenden Techniken dann aber doch das Potential besitzen, eine riesige Geldmaschine anzutreiben, wird vielleicht gerade wegen ihrer mangelnden Bedrohlichkeit (im Gegensatz z.B. zu den Praktiken von Scientologie) unterschätzt. Und wer unterschätzt wird, wird nicht weiter untersucht, obwohl, wie Sieveking zeigt, es gar nicht so schwer ist, sich der Wahrheit hinter dem Humbug zu nähern.

Wo Menschen glauben wollen

Auf seiner Spurensuche spricht er mit TM-'Königen', mit ehemaligen Mitarbeitern des Gurus, Geldgebern und Geliebten sowie mit Wissenschaftlern und letztlich, in einer fast meditativen Schlusssequenz, auch mit einem Guru im Himalaya, der mit wenigen Worten auf den Punkt zu bringen weiß, was Maharishi grundsätzlich von einem wahren spirituellen Führer unterscheidet. Man hätte es auch selbst wissen können, aber wo Menschen gerne glauben wollen, da übersehen sie so manches.

Offizielle Website

In diesem Sinne endet der Film passend und poetisch mit dem 'Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens' aus der unnachahmlich philosophisch-humorvollen Liederwerkstatt von Kurt Weill und Bertold Brecht:

(...)
Ja, renn nur nach dem Glück,
Doch renne nicht zu sehr!
Denn alle rennen nach dem Glück,
Das Glück rennt hinterher.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht anspruchslos genug.
Drum ist all sein Streben
Nur ein Selbstbetrug.
(...)

Kinostart Österreich: 10. Dezember 2010

Carolin Färber / filmtauchgaenge.at | www

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#Filmkritik


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Forum: Ihre Meinung dazu!

bradley brahm* 4.1.2011 02:10
David wants to fly Filmkritik
>>>Meditation statt Medication<<< Die Gesundheitsbehörde der USA hat in den letzten 20 Jahren mehr als 27 Millionen US-Dollar fuer die medizinische Erforschung der Wirksamkeit der TM (Transzend ... [mehr!]
bradley brahm* 4.1.2011 20:29
Enorme Kostenersparnis durch TM
Erstaunlich ist, dass in diesem Film des Herrn Sieveking, der eine Dokumentation sein soll,
nicht davon die Rede ist, es wird einfach weggelassen, diese bahnbrechende Untersuchung
ueber Blutho ... [mehr!]
brain* 5.1.2011 12:40
TM? So ein Schwachsinn
Ist doch alles genauso ein Blödsinn wie Scientology und ähnliche Vereine.

Was ja besonders lustig ist: In diversen Foren von Seiten, wo der Film oder eine Filmkritk zu David wants to fly on ... [mehr!]
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