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Review  11.09.2010 (Archiv)

'Kleine Wunder in Athen' Filmkritik

Nationalität, Identität und Fremdenfeindlichkeit stehen im Zentrum dieser Geschichte über einen Griechen, der feststellen muss, dass er möglicherweise Alabaner ist und damit zum unliebsamen 'Anderen' avanciert.

Auf unterhaltsame Weise werden Vorurteile, die Ablehnung des Fremden und der damit einhergehende Nationalstolz aufgezeigt, ohne dabei Bösartigkeit zu unterstellen oder Verhaltensweisen anzuprangern.

Sein kleiner Kiosk in einer recht einsamen Gegend Athens dient Stavros (Antonis Kafetzopoulos) und seinen Freunden eher dazu, den ganzen Tag davor herumzusitzen, Fußball zu spielen und andere Menschen zu beobachten, als zu arbeiten. Das hektische Treiben einiger Chinesen, die gegenüber einen Laden eröffnen, sorgt für Gesprächsstoff, ebenso wie die Tatsache, dass auf dem Platz vor Stavros' Laden ein Denkmal für die 'Interkulturelle Solidarität' gebaut werden soll. Die vier Griechen sind gar nicht begeistert von dieser Idee, die ihnen nicht nur ihren 'Fußballplatz' kostet, sondern auch noch ein Einwanderer-freundliches Zeichen setzt, dem sie nichts abgewinnen können. Eher ablehnend stehen sie den Ausländern, die in ihr Land kommen, gegenüber und vor allem auf die Albaner sind sie nicht gut zu sprechen.

Wie es der Zufall so will, läuft ihnen ein solcher auch gleich über den Weg. Während die Freunde ihn belächeln und spitze Kommentare von sich geben, ruft Stavros' Mutter (Titika Saringouli) nach dem Albaner, als würde sie ihn kennen. Seit ihrem Schlaganfall spricht sie kaum noch ein Wort und nennt ihren Sohn des Öfteren bei einem anderen Namen. Deshalb wird sie auch nicht ernst genommen, als sie den Albaner, der Marenglen (Anastas Kozdine) heißt, umbenennt.

Trailer


Doch am selben Abend trifft Stavros den Albaner bei sich zu Hause an. Angeblich soll Marenglen sein Bruder sein, den seine Mutter als Kind in Albanien zurücklassen musste, als sie mit Stavros nach dem Tod seines Vaters nach Griechenland auswanderte. Kaum wiederzuerkennen ist die alte Frau, die bis vor kurzem noch gepflegt werden musste und nun plötzlich ihre Söhne bekocht und fließend albanisch spricht. Stavros versteht nicht nur kein Wort, sondern die Welt nicht mehr. Mit einem Schlag wird alles, was er bisher zu sein glaubte, in Frage gestellt. Und auch seine Freunde beginnen langsam an seiner Nationalität zu zweifeln und sich von ihm abzuwenden.

Identitätssuche

Wie reagiert man, wenn man plötzlich erfährt, dass man ein anderer ist, als man bisher angenommen hatte? Welche Rolle spielt Nationalität? Ist sie wirklich ausschlaggebend für die eigene Persönlichkeit? Inwiefern nimmt sie Einfluss auf die Identität eines Menschen? Und wie reagiert das Umfeld auf eine solche Entdeckung?

Es ist schon recht amüsant, dass jemand, der stolz auf seine Nationalität ist, stolz ist, Grieche zu sein, unerwartet mit der Möglichkeit konfrontiert wird, Albaner zu sein. Dabei sind es gerade die Albaner, diese fremden Gastarbeiter, die jede Arbeit machen, für die sich die Griechen zu schade sind, die Stavros nicht ausstehen kann. Warum hat ihm seine Mutter das nicht schon früher erzählt? Und kann es überhaupt wirklich möglich sein? Immerhin ist sie eine alte, demente Frau? Da kann es passieren, dass man Menschen verwechselt und in manchen Fällen kam es auch schon vor, dass man nach einem Schlaganfall aufeinmal eine andere Sprache beherrscht.



Stavros ist genervt von dem eigenartigen Verhalten seiner Mutter und diesem neuen, angeblichen Bruder, der aus dem Nichts in sein Leben tritt und nur für Verwirrung sorgt. Und als ihn dann auch noch seine Freunde ablehnen, weil die Möglichkeit besteht, dass er einer von denen ist, die sie einst alle gemeinsam mit verächtlichen Blicken bedachten, ist er nur mehr wütend und enttäuscht. Doch kaum hat er Marenglen aus seinem Haus verbannt, fällt seine Mutter wieder in ihr altes, trauriges und hilfloses Verhalten zurück. Also muss sich Stavros entscheiden, ob er seiner alternativen Herkunft noch eine Chance gibt oder weiterhin darauf beharrt, Grieche zu sein.

Aktuelle Thematik

In Zeiten, in der die Menschen von überall kommen und überall hingehen, ständige Ortwechsel vollziehen und versuchen, sich in einem anderen Land ein neues Leben aufzubauen, verschmelzen eigene Nationalität und Herkunft mit anderen Kulturen. Was einem früher Identität und Stabilität gegeben hat, gerät durch Anpassung und Konfrontation ins Wanken und das auf beiden Seiten.

Aktueller denn je ist diese Problematik, die 'Kleine Wunder in Athen' ins Zentrum stellt. Dabei wird hier darauf verzichtet, ein Urteil darüber abzugeben, warum man dem Fremden mit Unbehagen begegnet. Stattdessen wird ein Einblick gewährt, wie Menschen mit 'dem Anderen' umgehen, welche Vorurteile sie haben und wie sie auf Veränderungen im Kleinen wie im Großen reagieren. Belehrungen, wie man es richtig macht, werden dabei ausgespart. Eher geht es darum, Frieden mit sich selbst und der eigenen Lebenssituation zu schließen. Denn erst als Stavros seine albanischen Wurzeln anerkennt, hat er auch endlich ein Heilmittel für seine Schlafstörungen gefunden, die ihn so lange quälten.

Offizielle Webseite

Statt zu kritisieren, wird aufgezeigt. Aufgrund seiner Herangehensweise gelingt es dem Film, sich auf leichte und amüsante Art mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit auseinanderzusetzen und somit auch Raum für eigene Gedanken zu schaffen. Das macht 'Kleine Wunder in Athen' zu einer netten Komödie, die still und unaufdringlich eine Plattform bietet, um sich näher damit zu befassen, was es bedeutet, fremd zu sein.

Kinostart Österreich: 10. September 2010

Alexandra Cech / filmtauchgaenge.de | www

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#Filmkritik


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