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Review  01.07.2010 (Archiv)

Filmkritik 'Sin Nombre'

Eine Träne im Augenwinkel verheißt nichts Gutes. Schon gar nicht, wenn sie eintätowiert ist. Echte Tränen fließen dafür in 'Sin Nombre' so gut wie nie. Die Kanäle sind ausgetrocknet.

Auch bei Smiley (Kristyan Ferrer) fließt nur Blut aus den flaumlosen aufgeplatzten Lippen, als er dreizehn zähe Sekunden lang von den Mareros getreten und verprügelt wird, ohne sich zur Wehr zu setzen. So verlangt es das Aufnahmeritual in die Mara Salvatrucha. Als nächstes gilt es, einen Menschen zu töten. Auch diesen Schritt wird Smiley gehen, um wirklich dazu zu gehören.

Die besonders in Zentralamerika verzweigte Gang mit dem Kürzel MS 13 beherrscht in einer südmexikanischen Stadt ihr Viertel mit Mord, Prostitution und Drogenhandel und ist ihren Mitgliedern Familienersatz und einziger Lebensinhalt. Doch wer die selbst gesetzten Regeln nicht befolgt, wird mit dreizehn Sekunden Prügeln bestraft – wenn er Glück hat. Jenseits der Mara gibt es keine Perspektive. Nur den Tod.

Auf der Flucht

Casper (Edgar Flores) verletzt eine eiserne Regel. Immer wieder verlässt er das Revier und trifft sich heimlich mit einem Mädchen aus der City. Für Martha Marlene (Diana García) ist er Willy und sie scheint blind vor Liebe. Sonst würde sie wissen, was Willys Tattoos bedeuten, wäre nicht eifersüchtig auf sein Leben zwischen den Treffen und weniger neugierig. Es geht nicht gut für sie aus. Und Casper verliert seine große Liebe.

Trailer


Sayra (Paulina Gaitan) hat eine Perspektive. Aber nicht in Honduras. Mit Onkel, Vater und wenig mehr als dem, was sie am Leib trägt, macht sie sich auf den Weg nach Amerika. Auf dem Dach eines Güterzuges durchqueren sie mit hunderten anderen im Schritttempo Mexiko. Die Erfahrung weiß, dass nur ein Bruchteil von Ihnen es ans vermeintlich goldene Ziel schafft. Sayra ist überzeugt, dass sie unter den Glücklichen sein wird. Aber sie ahnt nicht, zu welchem Preis.

Als der Anführer der Mara (Tenoch Huerta Mejía) mit Casper und Smiley die Flüchtlinge auf dem Zug überfällt, trifft Casper eine folgenschwere Entscheidung. Er rettet Sayra und unterschreibt damit sein eigenes Todesurteil. Zugleich verspricht er Sayra, sie über die Grenze zu bringen. Die langsame Fahrt unter dem Damoklesschwert der ständigen Entdeckung durch die Mara wirft einen fast trance-artigen Blick auf das Land neben den Gleisen. Wie ein stählerner anonymer Lindwurm schlängelt sich der Zug rumpelnd an menschenleeren, nur von Gangs belebten Orten und staubigen Hüttensiedlungen vorbei, deren Bewohner die Karawane mal mit Essen und Wasser versorgen, mal mit wütenden Steinwürfen bedenken.

Hypnotisierende Einblicke

Cary Joji Fukunaga, Jahrgang 77 und Regiestudent aus den USA, hat für die Recherche seines ersten Spielfilms selbst die Fahrt auf dem Zugdach angetreten, die tausende Lateinamerikaner als letzte Hoffnung auf ein besseres Leben durchmachen. Viele seiner Erlebnisse finden sich in 'Sin Nombre' wieder. Optisch und thematisch werden Erinnerungen an 'City of God' wach. Hypnotische Kraft haben die Bilder, die Einblick in den 'Barrio' gewähren, in das Revier der Mareros, die, kunstvoll und martialisch tätowiert, ihren Kodex leben, der ihnen letztlich nur das gewährleisten soll, was sie in der Gesellschaft sonst nicht finden: Identität und soziale Sicherheit. Um Zukunft geht es gar nicht. Es gibt kaum einen Marero, der das dreißigste Lebensjahr erreicht.

Offizielle Webseite


Sayra und Casper auf der Reise in ein besseres Leben. / © 2009 polyfilm
Sayra und Casper auf der Reise in ein besseres Leben. / © 2009 polyfilm



Fukunaga wartet mit einem verhältnismäßig großen und durchgängig lateinamerikanisch besetzten Cast auf, verdichtet dabei seine Geschichte äußerst geschickt auf die Schlüsselfiguren und verknüpft routiniert die Erzählstränge. Mit fast beiläufigem Gestus und ohne Abgleiten in Sozialromantik erzählt er das Elend des Alltags, aus dem sich die Parallelwelt der Mareros erhebt und aus dem die Menschen auf dem Zugdach zu entkommen hoffen.

'Sin Nombre' ist ein erstaunlich leiser Film; Schießereien und Gebrüll treten vor dem unaufgeregten und abgeklärten Umgang der Figuren mit sich selbst und der Umwelt zurück. Und doch lauern überall Emotionen, als warteten sie nur darauf, verletzt zu werden.

Kurz vor der Grenze versucht Casper, sich die tätowierte Träne aufzukratzen. Und wieder fließt nur Blut.

Kinostart Österreich: 2. Juli 2010

Julia Rose / filmtauchgaenge.at | www

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#Filmkritik


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