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Filmkritik: Stoker

Diskussionsverlauf

Filmkritik: Stoker (tuvok, 18.05.2013)

Beiträge

tuvok
18.5.2013 23:29
Filmkritik: Stoker

Black Swan“ ähnlich, „Maniac“ ähnlich? Kann man schwer sagen, alles von allem? Ein Psychothriller, sofern er gut ist, wird fast ausschließlich von den Schauspielern getragen. Er sollte so gemacht sein das man erst am Ende erfährt, was die Auflösung ist. Er sollte so gestrickt sein, dass der Zuseher im Kino sich eng an den Sessel drücken muss, damit ihm das Herz nicht aus dem Rücken fällt. Der Film sollte so gestrickt sein dass er spannend ist und logisch, vielleicht schwer durchschaubar, aber trotzdem ohne Logiklöcher. Wenn dann noch Schauspieler mit spielen die durch Ihre Präsenz Schrecken bereiten, Augen haben wie ein Dämon, wenn dazu Musik im Hintergrund zu hören ist, die den Furchtfaktor noch unterstreicht, ja dann kann man von einem Weltklassefilm sprechen.

Ich würde sagen dass der Thriller, des südkoreanischen Regisseurs Park Chan-wook, teilweise sehr stark in die Fußstapfen der eben genannten Eigenschaften tritt, obwohl diese sicher nicht vollständig aufgezählt wurden.

Der letzte Film, den Tony Scott vor seinem Tod mitproduzierte, natürlich mit seinem viel berühmteren Bruder Ridley, hat meiner Meinung nach schon einen kleinen Preis verdient. Und dass obwohl der 12 Millionen US $ Film gar nicht spektakulär geworden ist. Aber das muss er nicht, denn wenn Mia Wasikowska eine INDIA STOKER spielte, die in dem Film meiner Meinung nach, eine große Glanzleistung gegeben hat, und noch dazu ein Matthew Goode als CHARLIE STOKER, und das in einem Doppelpack der einem Zuseher ziemlich viel an Gänsehaut abverlangt, ja da kann der Film nur gut sein oder?

Wasikowska ist die neue Ava Gadner würde ich sagen, Mia ist ein einfaches 1989 geborenes Mädchen das bei Ihren Eltern in Canberra lebt, und schon in der Wiege wohl das Schauspieltalent mit der Muttermilch aufgesogen hat, naja ich kann mir sonst nicht erklären dass ein Mädchen einfach so natürlich spielt, obwohl es jung ist, 18 Filme erst hinter sich hat, und sogar eine Grand Dame wie Nicole Kidman an die Wand spielt, die 42 Filme in Ihrer Laufbahn gemacht hat.

Nicole, die 1967 in Honolulu auf die Welt kam, hat in der letzten Zeit viel für Aufsehen gesorgt, seit bekannt ist dass sie ne unausstehliche Zicke im Filmbusiness ist, macht aber nichts, sie kann sich das wohl leisten weil sie einfach eine wunderbare Darstellerin ist.

Wenn ich jetzt Mia mit Nicole vergleiche, Mia hat 6 Auszeichnungen genommen, Nicole ganze 41, Mia ist für 14 Preise nominiert worden, Nicole für 79 Preise, aber das sagt noch gar nichts aus, würde ich sagen.

Ich glaube man soll sich den Film am besten unvoreingenommen ansehen und gar nicht an viel denken, was wer wo ist und wann wie gemacht hat, und einfach die Spannung wirken lassen.

Die Geschichte ist gar nicht so sehr an den Haaren herbeigezogen. Es geht ja um die vor kurzem 18 gewordene INDIA die mit Ihrer Mutter EVELYN in einem viktorianischen Haus lebt. Ihr Vater, RICHARD (Dermot Mulroney) ist vor kurzem gestorben, Autounfall, da taucht plötzlich CHARLIE auf, der verschollen geglaubte Bruder von RICHARD, dem Onkel von INDIA. Fast keiner wusste was von seiner Existenz, nur Tanzte GIN, GWENDOLYN STOKER ist es, die einige Male etwas Angst vor CHARLIE hat, doch als dann die Haushälterin Mrs. McGARRICK verschwindet, und auf einmal GIN weg ist, da scheint irgendwas nicht mit rechten Dingen zu gehen.

Nun, Filme die mit der Faszination vom Bösen einhergehen, waren schon stets ein großer Punkt in meiner Filmsammlung, geliebt habe ich nur diejenigen die wirklich gut sind, und nun habe ich einen neuen Film den ich mag, zwar nicht ganz ohne negative Aspekte, aber dennoch stark genug um den Film empfehlen zu können.

Ich kenne die Filme von Park Chan-Wook nicht, bis auf 3 Filme die der 1963 in Seoul geborene Regisseur gemacht hat. 2003 hat er mit „Oldboy“ teilweise das Rad neu erfunden, den ich sehr gut fand, obwohl mir das Remake fast noch besser gefallen hat, 2005 den Film „Lady Vengeance“ der etwas morbide wirkte, und den 2006 entstandenen für mich sehr langweiligen „I’m a Cyborg, But That’s OK“ der aber durch seine berauschenden Bilder und blendend interessante Destinationen sehr stark gewirkt hat, doch gefallen hat er mir nicht.

Wer sich bei dem Film, schöne Bilder und geisterhafte Settings erwartet wird enttäuscht sein, dieser Film setzt eher mehr auf Psyche und hervorragende Schauspielerische Leistung, vor allem durch Wasikowska, die in Ihrer Rolle die wenig Text hat, wirklich glänzt. Sicher gibt es eine Menge namhafter junger Darstellerinnen die sehr gut wirken, doch in ihrer Rolle, die sie gespielt hat, wirkt sie einfach gut, glaubhaft und wirklich gruselig.

Der Film, der mit dem Ende des Filmes als Standbild beginnt, verrät trotzdem die Auflösung vom Film, erst kurz vor Ende des Filmes, und das ist wirklich gut so, denn dann wird die Spannung einfach in die Höhe getrieben. Mir ist zwar nicht mehr als 1 oder 2 x ein bisschen das Herz stehen geblieben, und ein oder 2 Szenen hätte ich nicht so genau gezeigt weil sie einfach abartig oder grauslich waren, aber dennoch, der Film ist spannend und gut und fast jede Szene war wichtig für den Film.

Einige Male kommen in dem 98 Minuten Film ein paar Längen auf, aber die sind marginal würde ich mal sagen, viele Erklärungen hätte ich lieber gerne früher gehabt um nicht so lange warten zu müssen, war aber dann dennoch froh auf die Folter gespannt zu sein.

Auf alle Fälle möchte noch was zu Charlie sagen, der ja vom Matthew gespielt wird. Dieser 1978 geborene Darsteller den man aus „Watchmen“ kennt, wird man sich wohl merken müssen denn in der Rolle die er spielte, würde ich sagen, ist er einfach zu 100 % perfekt. Sein Blick, sein Ganz, seine Wirkung, ja ich muss sagen, kein Wunder das sich Evelyn im Film, kurz nach dem Begräbnis von RICHARD etwas verliebt. Kann man verstehen, er ist Charmeur und galant, er ist ein Gentlemen, sehr intelligent, und noch was, das ich nicht sage, da es den Film sonst nicht mehr so spannend macht, bevor man ihn gesehen hat.

Was mir am Film gut gefallen hat, ist die Stilisierung einiger Dinge wie Gegenstände oder Neigungen, die meiner Meinung nach sehr gut geworden sind, was mir nicht gefallen hat ist das Ruhige, das etwas verworrene, man sieht Rückblicke, keine durchgehende Geschichte und man muss sein bisschen Hirnschmalz anstrengen um den Film zu verstehen. Etwas leer hat mich der Film dennoch zurückgelassen, weil oft viele Dinge zu sehr geplant waren, zu sehr Dialog und Drehbuch waren und kein Gang durch die Individualität zugelassen habe. Macht nichts, es ist einfach so, der Film ist anspruchsvoll, er wird vielen gefallen, und er wirkt morbide und krankhaft durch die Präsenz der Stars, aber mehr verrate ich nicht, es ist ein Psychothriller, es ist Horror dabei, er ist spannend, und er hat einige Leerstellen, er wirkt befremdlich und oft auch sehr unmoralisch, wenig verständlich und vieles löst sich erst am Ende auf, der Film ist gut, aber dennoch, ich bin eher im Kino für Action, für Super Spannung für Dinge die mich mich reißen und so gut er war der Film, mehr als 87 von 100 Punkten kann ich ihm dennoch nicht geben, da mir einfach solche Filme, so sehr sie auch super gemacht wurden ,nicht zusagen.
 


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27.05.2017 06:14:16
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