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Filmkritik: Die vierte Macht

Diskussionsverlauf

Filmkritik: Die vierte Macht (tuvok, 25.03.2012)

Beiträge

tuvok
25.3.2012 01:52
Filmkritik: Die vierte Macht

112 Minuten, Moritz Bleibtreu, ein guter Regisseur und eine spannende Geschichte. Was kann da noch schiefgehen?

Politik, Thriller, unschuldig im Gefängnis, finstere Gestalten die realistisch Aussehen, tolle Girls aber nicht zu viel dass es die Handlung beeinträchtigt im negativen Sinne, was kann da noch schiefgehen?

Super Locations bei Partys in Moskau, ein kleiner unbedeutender wieder aufkehrender Blick in das Nachtlebender Moskauer Society, was kann da noch schiefgehen?

Interessiert es wem, wie es in Russland zugehen könnte, am Anfang sieht man den Schriftzug dass der Film auf Fiktiven Ereignissen basiert, am Ende vom Film habe ich meine Holde ziemlich genervt weil ich den Film für bare Münze hielt, ein Film der fast so ne Wirksamkeit hat wie „Uhrwerk Orange“, man glaubt das Ganze ist echt nur ohne Punks und sinnlose Gewalt, kann das gut gehen für einen Film?

Kann in Film spannend sein wenn die Story schon mal da war in ähnlichen unzähligen Filmen, untermalt mit denselben Dialogen wie in anderen Filmen, sprich, die Dialoge, die Geschichte, das Ganze war schon sehr oft da in vielen DVD Premieren oder früher VHS Premieren, in Kinofilmen, es geht um Storys die man schon so oft gesehen hat, ja gut es spielt Moritz Bleibtreu mit, mein Lieblings Deutscher Schauspieler, der schon oft viel Mist gespielt hat, aber hier meiner Meinung nach den besten Film der letzten Jahre geliefert hat, nicht wegen der Schauspielerischen Leistung hier hat er nicht sonderlich viel machen müssen aber wegen der herrlich hervorragenden Geschichte die echt irgendwie unter die Haut geht. Garniert mit einem Regisseur der 1973 in Hannover geboren ist, Dennis Gansel, der den Film „Die Welle“ gemacht hat, und wer den Film kennt, kann sich vorstellen wie der Film ist. Ja meiner Meinung, ich sage es gleich einer der Besten Polit Thriller die ich kenne.

Nun ich war immer der Meinung dass aus Deutschland keine guten Filme kommen, die meisten sind hochgestochen zu übertrieben, zu bürokratisch, das selbe wird dauernd hervorgekaut bevor es noch einer verdaut hat, schließlich kennt man ja alles von Lindenstraße und Tatort, alles ist wie Soko 5113 und ähnelt dem Derrick, die Filme sind alle wie Traumschiff oder Anna und die Liebe, doch der hier ist irgendwie anders.

Das Ganze soll ja eigentlich ein Genrefilm sein, Filme wie dieser habe ich schon besser gesehen, wie z.B. in
„96 Hours“, komplett anderer Film aber irgendwie ähnlich, oder wie die unzähligen Polit Verfolgungsthriller, ja macht überhaupt nichts, der Film lohnt es wirklich.

Die Szenen in Berlin, Landsrut und der Ukraine sehen alle aus als wären sie schon mal da gewesen, waren sie auch aber egal, hier sieht man wieder Dinge die man vorher nicht so gesehen hat, und ich kann jetzt schon sagen, keine 10 Elefanten kriegen mich je nach Moskau.

Die Story ist ja recht simpel. Also PAUL ist Journalist, PAUL JENSEN der Sohn vom berühmten NORBERT der in Moskau bei einem Zeitungsverlag gearbeitet hat und dann Selbstmord beging. Das russische Boulevardmagazin war früher ein Aufdecker Magazin hat sich aber im Laufe der Zeit, auch unter dem Druck verschiedenster Stellen immer mehr zur unwichtigen Society Leserei entwickelt. Und nun ist PAUL eben da, der soll frischen Wind in die ganze Redaktion bringen.

Sicher hätte man da mehr drehen können, mehr von der Vorgeschichte sehen können, von der Arbeit seines Vaters der dort oben sehr berühmt ist, also in der Redaktion, doch redet man über ihn nicht wirklich viel, was im Film vielleicht stört aber dann als so einiges erklärt wird, stört es gar nichts mehr, weil die Mystizität rund um den Vater doch noch gestiegen ist und man viele Beweggründe seines Früheren Ablebens und seiner ständigen Rätsel gut verstehen kann, man sieht zwar nicht viel im Film was genau erklärt ist, was auch gut ist, aber dafür kann sich der Zuseher gut im Kopf viel vorstellen und muss es auch um der Handlung zu folgen die zwar nicht schwierig ist aber dennoch einen Gewissen Anspruch nicht verbergen kann.

Anfangs ist PAUL glücklich, er trifft auf KATJA die mit Ihrem Bruder ANATOLI dort oben in Moskau sehr oft auf Demos ist, und alle sind glücklich, bis auf den Zeitpunkt als PAUL den Nachruf auf einen berühmten erschossenen Journalisten in die Zeitung bringt. Und das bedeutet Gefahr, denn dieser Journalist war einer der berühmtesten Aufdecker.

Kurze Zeit später explodiert in einer Moskauer U - Bahn ein Sprengsatz und tötet KATJA vor den Augen von PAUL, den es nach hinten schleudert.

Kurze Zeit später wacht er im berühmten Moskauer Geheimdienst Krankenhausgefängnis auf, oder wie man das nennt und ist mehr als perplex. Unschuldig hinter Gittern, verdächtigt des Terrors, und der Zusammenarbeit mit tschetschenischen Untergrundmilizen, aus dem Kaukasischen Stamm der mit der Taliban gemeinsam Operationen gestartet hat.

Und flugs ist er im Knast mit 40 Leuten auf 50 m² und hat ein Problem, Anführer ASLAN, ein Russe, Tschetschene, der ihn gar nicht leiden kann da er glaubt er ist der Spitzel vom sadistischen Wärter LUKANOWITSCH, der bald wieder vor der Knasttüre steht und etwas will.

Sicher ist der Film fiktiv, aber der Anfang alleine lässt schon schocken ein Terrorangriff in Moskau, das Ende ist super vom Film, der Film hat so einige Längen aber nicht viele, er ist spannend, er ist nicht vorhersehbar nicht immer, aber so um die Hälfte wusste ich wie der Film ausgehen würde.

Nun, Moritz hat im Film nicht gekämpft, er war mehr Opfer als Täter, er war kein Kämpfer, kein Superheld trotzdem hat er mir besser gefallen als so mancher Top Spion, nun das liegt daran dass er einfach gut in den Film gepasst hat. Sicher hat der Film einiges an Spannung eingebüßt, der Anfang war sehr gut, es hat mir im Film das Nägel beißen gefehlt, irgendwie der absolute Kick, aber das macht nichts, ich habe mich super unterhalten und der Film war spannend und anspruchsvoll.

Im Film geht es im Hintergrund viel um die schon oft diskutierte Pressefreiheit, der Film hat meiner Meinung nach viel zu wenig davon blicken lassen, eine kurze Demonstration gegen die Anti-Terrorgesetze war schon der Hauptpunkt der Dinge die jeden Greenpeace Studenten das Herz höher schlagen lassen würden, aber macht der nichts, der Film hat mir gut gefallen.

Der Film wirkt gänzlich ambitioniert, er ist in Englisch gedreht worden, das merkt man auch als Bleibtreu im Film englisch schreibt, der Film ist im Kino sehr untergegangen und er hat eine gute Atmosphäre und eine gute Kamera, die Musik habe ich nicht gemerkt und die Nebenrollen waren mir unbekannt aber trotzdem sehr gut und ich muss sagen, jeder war im Film, oder fast jeder, eine wichtige Person für die kurze Zeit wo er zu sehen war.

Der Film setzt viel auf Politik, zumindest im Hintergrund, der Film hat gute Aufnahmen, und ich muss sagen, dort oben leben, ne Danke, da bin ich froh in Mitteleuropa zu leben wo man in Ruhe auf der Straße Fotos machen kann, wo man nicht verhaftet wird und sonst irgendwas vorgeworfen bekommt, und nicht 150 US $ für den Eintritt in ne Super Party Location zahlt.

Ich muss sagen der Film ist nicht neu, er erfindet nichts neu, er ist nicht super Megaspannend aber er hat mir gut gefallen und verdient 90 von 100 Punkten.
 


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