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Filmkritik: Pan´s Labyrinth

Diskussionsverlauf

Filmkritik: Pan´s Labyrinth (tuvok, 24.03.2007)

Beiträge

tuvok
24.3.2007 23:34
Filmkritik: Pan´s Labyrinth

Die Handlung kurz umrissen:

General Franco herrscht in Spanien in den 40 er Jahren. Die Geschichte spielt um 1944. Der Hauptmann VIDAL ist sein größter Bewunderer, es ist Bürgerkrieg in Spanien, Guerilla Kämpfer wollen Freiheit von der Herrschaft des Schreckens, VIDAL glaubt an eine Oberherrschaft der reinen Rasse. CARMEN VIDAL und Ihre Tochter OFELIA besuchen das Lager der Leute rund um VIDAL, den zukünftigen Ehemann von CARMEN.

Sie ist hochschwanger und nimmt die beschwerliche Reise auf sich. Ihre Tochter OFELIA hat von Anfang an schon ein schlechtes Gefühl. Angekommen werden sie alle nicht gerade herzlich empfangen. Es ist dauernd Krieg, und OFELIA hat keine Lust VIDAL als Vater anzuerkennen.

In der Mühle werden die Neuankömmlinge von der Haushälterin MERCEDES und dem Arzt des Hauses, Doktor FERREIRO, umsorgt. Beide sympathisieren allerdings mit dem Feind von VIDAL, wie Ofélia bald herausfindet, mit den Rebellen und versorgen sie mit Proviant, Medikamenten und Informationen.

OFELIA kommt unerwartet in ein Labyrinth und entdeckt neben Elfen auch den PAN. Er erzählt ihr das sie eine Königin sei.

Meine Meinung:

115 Minuten, zuerst mal das negative. Der Film ist zu kurz, er ist anspruchsvoll, das märchenhafte eines Tim Robbins fehlt etwas, die Geschichte ist teilweise sehr hart, 8 – 10 Grausamkeiten konnte ich ausmachen die man aber nicht zu lange und wenn dann nur abgedunkelt gesehen hat. Der Film bietet einige Nebenstränge. Zuerst mal die Story mit Ofelia und dem Faun, den man ja aus der Welt rund um Narnia kennt, dann eine Menge an Romantisch ehrlichen realistischen Szenen a la „Der Zauber der Malena“, immer sind es Frauen die leiden. Leider.

Der Film ist nicht kompliziert, ist auch nicht einfach, aber das ist es ja, keine leichte Kost und somit gut, oder doch nicht? Umsonst hätte ja der Film dann doch nicht 13 Goya Nominierungen bekommen, der spanische Oscar und 6 Oscar Nominierungen, und 3 hat er dann gewonnen oder doch nicht? Nun ich finde Guillermo del Toro hat eine ausgezeichnete Fantasie die er ja mit „Hellboy“ schon gekonnt bewiesen hat, aber warum war der Film mit so wenigen Special Effekten durchsetzt?

Alles was man darüber erzählen könnte wäre ein Spoilern, darum muss ich mich kurz halten. Wenn man denkt das die Story 1944 in Spanien, geführt von Massenmörder Franco, spielt, alles sich in einer Art Mikrokosmos abspielt, ist das ganze dann doch recht interessant, und wirkt wie eine Art Kammerspiel. Sicher nicht einfach eine Story rund um das ganze Tohuwabohu zu drehen. Das langweilige Leben von Hauptmann Vidal, der hat ja kein einfaches Leben, muss er doch Sklavenähnlichen Soldaten täglich befehlen Partisanen zu töten, die gegen die Militär und Schreckensherrschaft von Franco kämpfen.

Anfangs war ja der Film schon arg als er einen Kaninchenjagenden Bauern getötet hat, aber auch hier war mir klar, der Mann ist kein einfacher Massenmörder, er ist davon überzeugt, ein Idealist, und so wirkt der Schauspieler auch, er will perfekt sein, seinen Lebenstraum von einem freien Spanien ausleben, das ihm sehr wichtig ist. Eine Art Herrenrasse, so fühlt er sich, so will er es machen. Und da ist auch ein Überfall auf die Hilfsgüter vom Roten Kreuz einberechnet.

Sehr interessant war es zu sehen wie Ofelia, die Stieftochter vom Hauptmann Ihrer Fantasie nachgibt, so rein, so unschuldig, direkt eine Augenweide, denn hier in diesem Film hat jeder Blut auf den Fingern kleben, und die Mutter von Ofelia, über die hat man wenig erfahren, nur das Ihr Exmann Schneider war, und sie nach langer Zeit den jetzigen Ehemann kennen gelernt hat, der sich einen Nachfolger wünscht, einen Sohn auf alle Fälle keine Tochter.

Der Konflikt mit sich, das Gewissen, alles abgetötet, der Schauspieler hat das sehr glaubhaft gemacht. Er spielte meiner Meinung nach für diese Rolle recht gut. Auch muss ich dem Film zu Gute halten, das er sich nicht auf unwichtige Einzelheiten einlässt, wo man z.b. dann viele unwichtige Geschichten erfährt die für die Handlung nicht sonderlich wichtig sind. Hier ist mir vorgekommen als würde nur das gefilmt worden sein, was für die Handlung einträglich war.

Sehr gut ist auch die Einbindung des tristen Lebens in die Feenwelt gezeichnet worden. Auch hier im ehemaligen Zauberreich, über das an in der Vorgeschichte das nötigste erfährt, ist nicht alles so Eitel Wonne. Die Gestaltung des Faun, einfach herrlich, man wurde nie klar, bis auf den Schluss, ist er jetzt gut oder schlecht. Ich finde das war eine wunderbare Verfilmung eines Fabelwesens, der nicht so kindisch wirkte wie in anderen Filmen so wie im Narnia Königreich.

Was mich am Film gewundert hat, da leben Soldaten neben einem Labyrinth und sind noch nie auf die Idee gekommen dem ganzen nach zuforschen. Wieso? Oder da greifen Partisanen das Lager an, plündern den Speiseraum des Lagers, und benutzen einen Schlüssel den sie vorher von Ihrem Maulwurf bekamen, anstatt mit den nötigen Handgranaten zu sprengen, Wieso? Oder warum eigentlich sieht Ofelia so viele grässliche Dinge und erschreckt sich nicht? Oder wieso ist das Labyrinth in dem Film so wichtig gewesen, es war es eigentlich nicht, was ist die Vorgeschichte, woher kommen die Fabelwesen, und wieso gab es keine Verwunderungen von seitens der Soldaten, überhaupt als z.B. der Hauptmann ein bisschen von dem ganzen geschnuppert hat?

Mich erinnert der Film auch an „Big Fish“, eingebildete Dinge die wahr sind. Z.B. die Mutter ist krank, hat Blutungen, Fehlgeburt ist nahe, die Alraune soll Ihr helfen, die ihr der Pan gab, und sie wurde auch gesund, aber als der Vater sie sah, war die Alraune nur ne blöde Wurzel, und sie landete im Feuer und schrie dann, die Mutter wurde abermals krank und starb mir kam vor als würde Vidal das schon gehört haben oder die Mutter die ja im Zimmer war, oder war es vom Drehbuch beabsichtigt das einmal die kleine Ofelia das sah was wirklich ist oder nur das was eingebildet ist?

Ich finde der Film ist durchgängig ein guter Strang, bietet eine stringente Erzählweise, hat ein herrliches bodenständiges Filmset, ist nicht überladen mit unnötigen CGI Effekten, hat wunderbare Bildübergänge, und eine gute Kameraführung die nicht wackelt und nur dann weg hält wenn zu viel Gewalt zu sehen wäre. Der gute Schnitt, die Kamera, die leider fehlende Musik, aber wenn sie da war hat sie gut in Szene gepasst, ja das alles wirkt sehr gut.

Gut fand ich das die menschenverachtende Lebens und Denkensweise von Vidal so richtig realistisch und unumwunden gezeigt wurde, so ohne jeden Pathos, so richtig als überzeugender Massenmörder, doch trotzdem nie zu grausamer übertriebener Irrer, das was meiner Meinung nach eine gute Idee die in dieses Geschehen passte.

Auch die Idee vom Vater von Vidal der im Krieg in Afrika damals starb, und seine Uhr gegen den Boden schmiss um zu zeigen wann er starb, da er überzeugt war, ein richtiger Mann stirbt nur im Kampf, der Sohn böse auf seinen Vater und auch eifersüchtig, das war ein kurzer selten aufflammender Konflikt der Filmfigur Vidal.

Einige wenige Infos:

Wenn man den Regisseur selber in einem Interview hören möchte: Wie auch schon früher in del Toros Filmen erwächst der Bezugsrahmen für PANs LABYRINTH weniger aus anderen Filmen, die ihn beeindruckt haben, sondern viel eher aus Literatur und Malerei. "Ich war immer schon sehr beeinflusst von dem spanischen Maler Goya, besonders von seinen ‚schwarzen' Bildern, die für mich seine beeindruckendsten sind. Das Gemälde von Saturn, der seinen Sohn verschlingt, war zum Beispiel eine der wichtigsten Inspirationen für Pale Man, eine der Hauptfiguren innerhalb des Labyrinths.

Natürlich werden einige Personen sagen das ist doch wie bei „Peter Pan“ aber hier sind die Ähnlichkeiten deswegen nicht so stark, obwohl auch so kleine Elfen vorkommen, denn die Elfen sind realistischer, gemeiner oft, tückischer, anders gezeichnet, und ich bin froh das sie kein Deutsch gesprochen haben.

Übrigens, Der altgriechische Gott Pan (dessen römisches Äquivalent der Gott Faun ist) war ursprünglich der Gott der Hirten und ihrer Herden, bevor er allgemein mit Fruchtbarkeit und Natur verbunden wurde. Pan repräsentiert die ‚Ganzheit' der Natur, das Gute wie das Böse, ohne eine moralische Balance. Er ist im Grunde eine neutrale Figur, die sowohl Kreation als auch Destruktion hervorbringen kann.

Als Sohn des Hermes und der Nymphe Dryope (oder nach anderen Legenden von Hermes und Penelope, der Frau von Odysseus), wurde er mit den Beinen und den Hörnern eines Ziegenbockes geboren. Als seine Mutter ihn aufgrund seiner monströsen Erscheinung verstieß, nahm sein Vater Hermes ihn mit auf den Olymp und verlieh ihm so Götterstatus. Pan jedoch mochte den Olymp nicht, denn die Götter machten sich über sein Aussehen lustig, und so zog er es vor, mit Satyren, Nymphen und anderen Naturgottheiten tief in den Wäldern von Arkadien zu leben. Die für Pan typischen Doppelflöten sind nach der Nymphe Syrinx benannt, in die er unsterblich verliebt war. Um seinen Nachstellungen zu entgehen, verwandelte sie sich aber in einen Schilfrohrbusch. Außer sich vor Wut, auf diese Weise ausgetrickst worden zu sein, stutzte Pan die Zweige des Busches auf verschiedene Längen zu und fertigte aus ihnen seine Flöten.

Pans schlechter Ruf beruht auf seinem größtenteils unangenehmen Charakter. Er hasste es, aus dem Schlaf geweckt zu werden, erhob sich dann wütend und ließ einen schrecklichen Schrei ertönen, der in den Herzen derer, die ihn hörten, Angst und Panik auslöste. Nichts ahnenden Sterblichen erschien er ohne Warnung und löste damit oft einen tödlich wirkenden Schrecken aus. Auch war Pans sexueller Appetit legendär: Nymphen, Göttinnen und Satyre wurden zu seinen Lustobjekten. Zusammen mit seinen physischen Charakteristika bildete dieser Ruf zweifellos die Inspiration für die Christen des Mittelalters, seine Attribute dem Satan zuzuweisen, ihn zu dämonisieren und in ihrem ständigen Kampf gegen das Heidentum und andere Traditionen zu nutzen.

Pan ist der einzige Gott, der je sterben konnte. Sein Ableben kann als Symbol des Jahreszeitenzyklus interpretiert werden, wie der Weg vom Sommer über den Herbst bis hin zum Winter.

Und jetzt kommt’s, der Film hat 20 Millionen US $ nur gekostet, 35 Millionen eingespielt und beim Filmfestival in Cannes hat der Film sage und schreibe 22 Minuten Applaus bekommen.

So jetzt noch ein Fazit:

Anspruchsvoll, nicht einfach, teilweise ein bißchen brutal, märchenhaft, nicht lustig, realistisch und ernst, fantasyvoll, nichts für Kinder, märchenhaft und empfehlenswert

90 von 100
 


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29.05.2017 12:12:52
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