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Filmkritik: Schräger als Fiktion

Diskussionsverlauf

Filmkritik: Schräger als Fiktion (tuvok, 11.02.2007)

Beiträge

tuvok
11.2.2007 00:00
Filmkritik: Schräger als Fiktion

Die Handlung:

HAROLD CRICK (Will Ferrell) ist neurotischer übergenauer und pedantischer Steuerberater, er ist genau, hat einen Zähl und Zahlentick und ist hilfsbereit, einsam, seine Frau hat ihn verlassen, und er ist alleine.

ANA PASCAL (Maggie Gyllenhaal) ist eine Bäckerin ohne Studium, eher aus Berufung, hat einen kleinen Laden, und betrügt den Staat da sie nur 78 % Ihrer Rechnungen zahlt.

KAY EIFFEL (Emma Thompson) ist erfolgreiche Schriftstellerin die schon 10 Jahre keinen Roman schrieb und jetzt die Idee hat Liebe und Steuern unter einem Buch zusammen zu bringen und über das Leben von HAROLD schreibt ohne das ihr bewusst ist, das wenn sie schreibt sich sein Leben ändert, und er die Stimmen hört, nur er, sonst keiner, als wäre er schizophren.

Dr. CAYLY (Tom Hulce) hat einen Gastauftritt.

Professor JULES HILBERT (Dustin Hoffman) ist Literaturprofessor und soll HAROLD helfen, was sich da so alles in seinem Kopf abspielt zu lokalisieren und rauszufinden, was er nicht ist um dahinter zu kommen was er ist was er macht und wer in seinem Kopf redet.

Queen Latifah ist PENNY ESCHER die KAY helfen soll Ihre Schreibblockade zu überwinden, denn sie muss fristgerecht liefern, und ja sie soll KAY überall hin begleiten, denn KAY soll HAROLD töten im Buch, weiß aber nicht wie, doch die Realität ändert sich. Alle finden zusammen.

Meine Meinung und ein bisschen ein Rundumschlag:

Mich erinnert der Film irgendwie an „Schräger als Fiktion“ aus dem Jahr 2004. Nun er ist anspruchsvoll, bedingt witzig, mehr ist es Situationskomik, z.B. wie Emma Thompson, eine wahrhafte Königin der Schauspielerinnen reagiert, wie sie Ihre Neurosen auslebt, Ihre Zigaretten in Spucke im Taschentuch ausdünstet, oder wie Will Ferrell als Harold Crick z.B. anfangs seine Dinger durchzieht die eigentlich ne Universumsimplodierende Katastrophe ist.

Er zählt seine Schritte, 78 sind es bis zur Busstation, wo er immer in die Arbeit täglich um 8:17 fährt, 12 Jahre lange, die Schritte sind absichtlich groß, er hat einen Hang zur Mathematik, und irgendwie erinnert mich das ganze Unwissen bevor was passiert an „Truman Show“, oder als er sich die Zähne putzt, 32 Zähne, je 76 Bewegungen nach rauf und runter, also 76 x 32 – also hat er ne Menge Bewegungen mit der Hand gemacht, da hat er natürlich keine Zeit für seinen Freund Herrn Onanie.

Dagegen ist Queen Latifah, als Penny Escher etwas in den Hintergrund geraten. Hat sie noch für den Friseur Film „Beauty Shop“ 10 Mille Gage bekommen, ist sie in dem Film eher ein Statist. Ja sie ist eben zwar ne gute Schauspielerin, wie sie aussieht ne richtige Megatittenmaus, und Schlägerin, ja da kann man sie sich in starken Rollen vorstellen, aber nicht in Herrenbekleidung in stiller Position.

Will Ferrell ist 1,92 m groß, 14 cm größer als Queen Latifah, und 17 cm mehr als die 1977 geborene Maggie Gyllenhaal, und wer sich denkt die alte ist bekannt, in dem anspruchsvollen Film „Adaption“ spielte sie mit, und sie ist die ältere Schwester von – Day after tomorrow Bübchen – Jake Gyllenhaal.

Das diese 38 Mille Produktion gerade mal Ihre Kosten einspielte ist wohl die Tatsache das Ferrell keine üblichen 20 Mille Gage bekam, wie für „Verhext“, sondern einfach weniger und darum ist der Film mit 1 Million US $ im Gewinn.

Wer natürlich aufpasst sieht wie der geänderte durch Liebe geläuterte Schlaftabletten Finanzamtfuzzi sich im Kino den 1983 er Film „Der Sinn des Lebens“ angesehen hat. Die Uhr ist eine Timex Men's Watch #T56371 und kostet 90 US $. Die Gitarre die er benutzt ist eine Fender Stratocoaster, einer der berühmtesten Gitarren von Rockmusikern die es gibt. Und wer noch gut aufpasst, Ana Pascal, die Süße mit den komischen Wangen hat eine Bäckerei – namens The Uprising.

Die Geschichte die da her kommt, habe ich so noch nie in meiner Filmkarriere gesehen, und sie ist meiner Meinung nach einzigartig. Mir kam sie vor wie eine 101 Minütige Version einer Twilight Zone Folge auf Spielfilmniveau, und das gute daran ist, sie hat auch eine gewisse Moral, und gute Kernaussagen, die auf viele Leute zutreffen könnte, aber sie kommen nicht mit der unerfreulichen Moralkeule daher, wie vielleicht manche Kritiker sagen, sondern mit einer anspruchsvollen Aussage, mal von dem und mal von dem.

Was mich an dem Film wunderte, er ist irgendwie eine Art Romantik Komödie mit Anspruchsvollem Zeitgeist Einschlag und hat nie den Fehler gemacht, in die Tiefen der Kino Romantik aus verkitschter Hollywood Zeit abzutauchen, selbst die überall berühmte Szene, Frau bittet Mann in die Wohnung, natürlich mit Sex im Hintergedanken, gibt es nicht zu, stürzt auf ihn los, selbst das ist poetisch ästhetisch gut Dialogisiert worden.

Die leicht unglaubwürdige Story, die aber dennoch halbwegs geradlinig und glaubwürdig umgesetzt wurde, bis auf einige Szenen, ist leider nicht frei von Langeweile und Längen. Eine Freude ist es Dustin Hoffman wieder mal zu sehen! Warum er sich derzeit so rar macht, weiß ich nicht, aber ich finde es ein wenig schade! Aber eines ist zumindest erkennbar: Er sucht sich nur die grandiosen Drehbücher für seine Auftritte aus! Qualität vor Quantität scheint eines seiner Prämissen zu sein, und dafür bin ich auch wieder dankbar! Ich mag ihn sehr.

Ich muss sagen die Geschichte ist voller Innovation und Neuigkeiten, allerdings habe ich anfangs mir gedacht, he was ist das für ein Käse und sogar meine Holde neben mir hat Langeweile in den Augen gehabt, aber nach und nach im Filmgeschehen folgend ist das alles verschwunden, und am Ende hatte ich einen netten Gesamteindruck.

Witzig auch das der Film den Sprung von anspruchsvoller Komödie ohne Fäkaliatische Pupskomik auskommt, hinüber zur romantischen Komödie wo er dann in eine Literarische Tragödie endet und mündet eben schafft, ja ich hätte das auch geschafft hätte aber aus Resident Evil – Teil 3 ein paar Zombies eingebaut.

Die Dramaturgie wird hier leider im Film meiner Meinung nach etwas vernachlässigt, und fällt dem Anspruch etwas zu Opfer, aber das macht wohl eh nicht viel aus, der Film hat auch so seine Wirkung nicht verfehlt, wenn man Intelligenz gewohnt ist in einem Film, statt Popcornsackerl Romantik.

Anfangs war der Film leicht witzig, ich kann an den Dialogen nicht viel aussetzen, Schauspielerische Leistung ist auch nett, Musik hat mir nicht so zugesagt, aber ich hätte mir halt mehr Spannung gewünscht, aber das ist eben halt einfach so, Steuern sind verdammt Öde, wieso also den Dreck zahlen?

79 von 100
 


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22.02.2017 07:28:16
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