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Filmkritik: Apocalypto

Diskussionsverlauf

Filmkritik: Apocalypto (tuvok, 01.01.2007)

Beiträge

tuvok
1.1.2007 20:40
Filmkritik: Apocalypto

Meine Meinung:

Also schon anfangs dachte ich mir das dieser Film keiner sein wird den sich zartbesaitete und einfache Leute ansehen sollten, auch finde ich das dieser Film eine Freigabe ab 18 Jahren auf alle Fälle nicht unterschreiten sollte, und ich finde es ist ungefähr wie „Die Passion Christie“ im Dschungel. Er ist nämlich wirklich brutal, und das weiß man sicher schon aus unzähligen Zeitungen und Berichten. Die Geschichte die einer der meistgehassten Regisseure der letzten Zeit gedreht hat, ist wunderbarerweise in authentischem Maya Dialekt gesprochen, was ungefähr den Film um einige Punkte hebt wie beim Christus Film die Aramäische Sprache.

Wir im Jahr 2007 leben in einer Zeit wo wir tunlichst vermeiden sollten sich mit Themen und Filmen zu beschäftigen die Gewalt stilisieren, brutal ist es ohnehin schon genügend. Überall Bürgerkriege und Frauen die Ihren Männern nichts mehr kochen wollen sondern lieber gleichgeschlechtliche Liebe propagieren und die Emanzipation als heilig verehren, doch dieser Film ist was anderes, denn er stilisiert die Gewalt die in diesem Film vorkommt nicht unnötig hoch zu einem schönen Bestandteil des Filmes. Auch wenn es manchmal völlig unnötig ist einige Köpfungsszenen zu zeigen, auch wenn es unnötig ist zu sehen wie ein Schwein geschlachtet wird, wie sich Wunden öffnen, herumklaffen und Leute umgebracht werden, ich schätze so wird diese Zivilisation gelebt haben, von der ja bekannt ist, das sie oft bei Festen an den Sonnengott bis zu 30.000 Leute an einem Tag geopfert haben, eine unvorstellbare Zahl, und so werden, das Volk wurde ja fast völlig ausgerottet durch die Spanier, Parallelen zum Alten Testament nahe, wo auch Völker umgebracht wurden, da sie den Baalen geopfert haben, ob es hier auch so ist bleibt mir weiterhin verschlüsselt.

Doch zurück zum Film, er ist mit seinen 144 Minuten glaube ich, eigentlich etwas lange geraten, denn der Mittelteil des Filmes ist meiner Meinung nach ein bisschen langweilig, ich hätte lieber den Untergang der Zivilisation gesehen, wie Pizarro gekommen ist, aber hier ist ein bisschen aus dem langweiligen Leben der Mayakultur gezeigt worden, die eigentlich im Film nicht so gut rüberkommen.

Mir persönlich hat der Film sehr gut gefallen, weil ich sowieso ein Fan von alten Filmen bin, von Kostümschinken, schönen Landschaftsaufnahmen von denen der Film sehr viele hat, von sonstigen wunderbaren Aufnahmen die wirklich prachtvoll sind. Ich mag Filme mit Leuten die um Ihr Leben kämpfen und im Einklang mit der Natur leben. Und darum kann ich den Film nur hoch bewerten, aber nicht Superhoch, denn bei dem Film haben viele Dinge gefehlt.

Sicher hat der Film wirklich einige sehr blutige Sequenzen, die trotzdem nicht die Intensität eines normales Slashers haben, aber durch die extrem genaue und digital Kameramässige Darstellung wirkt das ganze so überaus realistisch das ich mir wirklich dachte, he das noch und das noch, und die Bilder, ne das war dann doch sogar mir zu viel, obwohl ich irgendwie aber trotzdem froh war das diese und jene Szene dabei war.

Ich weiß das oft sehr viele Menschenopfer gemacht wurden, aber musste man das noch zeigen? Konnte Mel Gibson das nicht einfach im Hintergrund lassen? Herrlich fand ich die alte Sprache und keine deutsche Übersetzung, und teilweise war mir der Film so ähnlich wie bei „Der letzte Mohikaner“. Die Leute damals waren nicht zimperlich, sie waren Jäger und mit der Natur mehr verbunden als jeder andere, und das war auch gut so, denn so wuchsen sie sicher auf, sich selber zu retten. Jahre lange dachte ich mir schon das endlich es an der Zeit wäre ein Film über die Maya zu machen, und endlich kam dieser Film. Und ich muss noch mal sagen, er hat mir letztendlich sehr gut gefallen.

Mir waren viel zu viele gewalttätige Szenen dabei die noch dazu sehr grausam und realistisch wirkten, man muss nicht alles sehen und ich bin der Meinung es gehört generell ein FSK 18 in jedes Kino rein wo solche Filme gezeigt werden. Filme die sicher nicht gut sind für die Seele und das Gemüt eines Kindes, auch wenn schon 15 Jährige schwanger sind und die Kamasutra besser auswendig können als Theresa Orlovsky.

Wir sind in dieser Gesellschaft sehr verroht, man sieht es an den Filmen. Man hätte übrigens auch viel mehr von den lustigen Szenen am Anfang des Filmes zeigen sollen, oder von dem Gemeinschaftsleben hinter den Kulissen, der Familienfreundlichkeit, das hat mir sehr gut gefallen anfangs am Film.

Kamera, Technik, alles in allem sehr perfekt, ich kann an dem Film absolut nichts beanstanden und auch der Hauptdarsteller die Nebendarsteller, allesamt finde ich das sie einfach perfekt sind, gewirkt haben, auch wenn es kein Method Acting war. Ich finde das die Frau von Pranke des Jaguars, Sieben hieß sie, das sie einfach eine wunderbare Persönlichkeit hatte, nicht die schönste aber Innen schöner als alle anderen Frauen der Welt, außer das 178 cm Ding da an meiner Seite rechts im Kinosessel.

Hintergrund zum Film und ein bisschen über die Mayakultur und die Dreharbeiten:


Riesige Städte, gigantisch große Pyramidenbauten und eine Zivilisation die wirklich alles geschaffen hat was heute noch über ist, das sind die Maya gewesen. Woher sie kamen, wohin sie gegangen wären ohne Ihre Zerstörung weiß keiner, Ihre Götter, Ihre seltsamen Steinbilder haben viele Leute angelockt, allen voran Erich von Däniken. Kurz nach seinem Christus Film und vor den ganzen Skandalen hat Mel Gibson sich entschieden dieses gewaltige Epos über den Untergang einer Zivilisation zu schaffen.

Ein Volk wie die Maya die so viel geschaffen haben und so grausam war, das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen. Es wurden viele Gespräche mit Maya Experten geführt, auf viele Gegenden gereist und dann fanden sie endlich genügend Stoff für Ihren Film. Mel Gibson war nach dem letzten Jesus Film überzeugt das Menschen viel mehr Filme sehen wollen die einen tiefen Sinn haben, und dachte sich eben diese Geschichte aus. In der Maya Metropole haben 700 Statisten mitgewirkt.

Übrigens der Hauptdarsteller Rudi Youngblood ist in Wirklichkeit Läufer, Boxer, und Kämpfer. Übrigens in einem Zuckerrohrfeld in Mexiko, weit im Landesinneren, in einem der letzten Naturreservate mit Dschungel in der ganzen Gegend von Mittelamerika hat man die Mayastadt aufgebaut. Übrigens die Kopfschmuckfedern des Maya Oberpriester, sind nicht die Originalen, der Vogel lebt ja nicht mehr, man nahm Fasanfedern und hat sie einfach bemalt und hergerichtet. Genauso wie die Jadesteine, die ja zu teuer waren für den Film, man nahm einen Ersatz und richtete alles so aus wie es damals war.

Die Crew bestand übrigens aus 300 Spezialisten und Berater, Stylisten und Kameramännern, neue Technologie und eine Menge mehr und zu guter Letzt noch die Daten der Mayas samt Ihrem berühmten Kalender.


• 3100 v.u.Z.: Die Entstehung der Welt – laut des Kalendersystems der Maya
• 2600 v.u.Z.: Die Maya-Kultur formiert sich in den Hoch- und Tiefebenen Mittelamerikas. Dörflich organisierter Ackerbau entsteht.
• 1500 v.u.Z.: Mit der Blüte der Maya-Kultur beginnt ihre präklassische Periode.
• 700 v.u.Z.: In Mesoamerika* entstehen die ersten Schriftzeichen. (*so bezeichnet man das Gebiet, das den südlichen Teil Mexikos, ganz Guatemala, Berlize, sowie den Norden von El Salvador und den westlichen Teil von Honduras umfasst)
• 400 v.u.Z.: Der steinerne Sonnen-Kalender, der älteste bekannte der Welt, wird zum ersten Mal verwendet.
• 300 v.u.Z.: Gigantische Maya-Städte wie Tikal, Uaxactun und El Mirador verändern das Landschaftsbild. Das Herrschersystem von Königen und Adligen setzt sich durch.
• 200 n.u.Z.: Nach dem Zusammenbruch der Olmeken-Herrschaft, werden die Maya die dominierende Macht der Region. Ihre klassische Periode als hochentwickelte Kultur beginnt.
• 600 n.u.Z.: Tikal erreicht eine Einwohnerzahl von 500.000 und wird damit zum größten und mächtigsten Stadtstaat Mesoamerikas, während die einst mächtige Stadt Teotihuacan durch ein bis heute unbekanntes Ereignis vernichtet wird.
• 750 n.u.Z.: Nachdem der Handel der Maya zusammengebrochen ist und sich die verschiedenen Maya-Staaten immer feindseliger zueinander verhalten, beginnt eine Zeit der Kriege und Unruhen.
• 800 n.u.Z.: Viele Maya-Metropolen werden zu Geisterstädten, weil sich die Macht ostwärts zu Zentren wie Coba in Mexiko verschiebt.
• 899 n.u.Z.: Tikal ist aufgegeben und verlassen.
• 900 n.u.Z.: Mit dem Ende der großen Städte beginnt die postklassische Periode. Obwohl viele Siedlungsgebiete der Maya weiterhin ihre traditionellen Lebensweise beibehalten, ist die Maya-Kultur nach wenigen hundert Jahren mit der Toltec-Kultur vermischt.
• 1517 n.u.Z.: Die Spanier erreichen die Yucatán-Halbinsel und schleppen Krankheiten ein, die 90 Prozent des übriggebliebenen Maya dahinraffen. Obwohl der Großteil der Maya besiegt ist, lehnen sich immer wieder Einheimische rund ein weiteres Jahrhundert gegen die spanischen Eroberer auf.
• 1695 n.u.Z.: Ein spanischer Priester entdeckt die Ruinen von Tikal.
• 1697 n.u.Z.: Tayasal, die letzte noch intakte Maya-Stadt, geht unter.
• 2012 n.u.Z.: Am 22. Dezember endet der Kalender der Maya. Laut ihrer Prophezeiung wird die Welt von einer Reihe gewaltiger Erdbeben heimgesucht werden.


Abschließend kann ich nur sagen, der Film ist super, sehr tiefsinnig, wundervoll, viel zu grausam, man kann nach dem Film schwer shclafen gehen oder essen, man sollte sich den Film eher ansehen wenn man dann zu Hause sich was anderes ansieht und ja in einem großen Kreis von Leuten die darauf vorher hingewiesen wurden sind das der Film nicht einfach ist.

90 von 100
 


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24.10.2017 02:21:06
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