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Filmkritik: Die Zeit die bleibt

Diskussionsverlauf

Filmkritik: Die Zeit die bleibt (tuvok, 27.08.2006)

Beiträge

tuvok
27.8.2006 00:15
Filmkritik: Die Zeit die bleibt

Die Handlung vom Film:

ROMAIN ist schwul, jung und hat Krebs, er weiß das er nicht lange leben wird. Seine Behandlung mit Chemo spricht nicht an, sein Krebs ist zu fortgeschritten. Er ist um die 30 Jahre alt. Sein Traum war immer das er Fotograf wird. Leider kippt er eines Tages um.

Die einzige Person die ihn vielleicht verstehen könnte ist seine Oma LAURA (Jeanne Moreau). Eines Tages als er eine Frau trifft glaubt er dass er sich verliebt, ist aber nicht so. Sein Leben war oft einsam, und so findet er dann genau diese Kellnerin die ihn bittet ihm einen Gefallen zu tun. Sie und Ihr Mann sind unfruchtbar. Aus dem Kinderhasser von einst wird ein Mensch der sich dann doch überlegt sich aufzuopfern und zu testen aber mehr etwas zu hinterlassen das in dieser dreckigen Welt Bestand hat, ein Kind.

Meine Meinung und einige Informationen zum Film:

Filme aus Frankreich gibt es viele, Laut imdb.com sind 32.312 Filme gelistet, wahrscheinlich kommen aus Frankreich ca. 50.000 Filme. Filme deren Französischer Titel in der deutschen gefürchteten ungenauen Titelschmiede wirklich genau übersetzt werden aus dem Französischen und noch dazu den Sinn behalten, naja sagen wir 5.000. Filme die anspruchsvoll sind und auf die, die ersten 2 Attribute zutreffen, ich würde sagen 3.500. Filme über Familienprobleme noch dazu, sagen wir 2.343. Filme die kurz sind, sagen wir 1.998. Filme über Schwule, mit allen Attributen, sagen wir 349, und wo noch der Schwule ein Fotograf ist, ca. 10, und welche die halbwegs zum anschauen sind, und nicht langweilig sind, vielleicht einer, der hier gehört nicht dazu, ist aber nicht zu verachten.

So gesehen ist es eigentlich ein französischer Film, da er sehr anspruchsvoll ist, wie viele Französische Filme, man sieht z.b. einen erigierten Penis, man sieht wie 2 Männer Sex machen, nicht so Hard Core Mäßig, aber doch meiner Meinung nach ein bisschen zu genau für das Kino, und ich habe den Eindruck das dieser Film so eine Art Anspruch wecken will, kommt er doch daher ähnlich wie „Die Klavierspielerin“ und „Romance XXX“
und hat auch eine ganze Menge an Spaß das fehlt. Die familiäre Beziehung des Sohnes zu seiner Mutter und die daraus resultierenden Probleme erscheinen mir wie im Film „Das Zimmer meines Sohnes“ gepaart mit ein bisschen, Ich kann dich nicht fortlassen weil du mein Sohn bist und ich finde du bist krank, da du schwul bist, aus „Tanguy“. Aber wie gesagt, der Film ist weder lustig noch spannend, ich finde ihn anspruchsvoll und langweilig.

Schönes kann ich dem Film attestieren weil er nicht mit dem Zuseher spielt. Von Anfang an ist klar, ROMAIN mag keine Kinder, er hasst sie, er ist schwul, er hat Krebs, er wird sterben, und wenn man sich jetzt ein Hollywooddrama erwartet ist man bei dem Film falsch. Was mich wundert ist das der Film nicht provoziert, sondern aufzeigt, nicht anklagt, sondern sanft in den Hintern der Beteiligten geht, man sieht kein einziges Mal Liebe, und man hat das Gefühl, das ROMAIN ein armer Mann ist der gar nicht glücklich ist, was wohl auch daran liegen mag das Frauen ein Loch mehr als Männer haben.

Die authentischen Dialoge sind gut gewählt, und sind keineswegs nur ein Reflex eines Drehbuches das ausgekotzt wurde und zufällig Intelligenz bringt. Eine Szene passt nicht so ganz rein und ist auch nicht erklärbar, wie Romain eine Kellnerin anbaggert, aber vielleicht wollte er mal ne Frau vögeln, der flotte Dreier zum Kinderkriegen, ja das klingt kompliziert, den fand ich blöd, überzeichnet und unrealistisch, denn nur weil die Frau ein Kind haben will, geht sie doch nicht zu einem fast wildfremden und schläft mit ihm und der Mann macht mit, keiner geniert sich, also das ist schon echt pervers, wie ein Großteil der Szenen. Aus dem Ursprung das GOTT uns den Sex als was schönes gegeben hat, macht der Mensch willkürlich leider eine Perversion und versucht sie gut zu heißen, das mag ich an dem Film nicht, doch jetzt kritisch betrachtet ist der Film ein anspruchsvolles Stück Zelluloid.

Nach dem Film „Unter dem Sand“, in dem Charlotte Rampling an dem Tod ihres Ehemannes zerfiel, ist der Film hier, der zweite Film des Regisseurs Ozons „Trilogie der Trauer“. Im dritten Film will er sich mit dem Tod eines Kindes beschäftigen.

Was mir auch nicht so gut gefiel ist die klassisch schwermütige Musik die hie und da ein bisschen auftaucht, und keinen Ohrwurm bietet, und einige Fotos von Ozean und Sonne zusammen, ja das war´s eigentlich. Er ist sicher von seiner Art her einmalig, doch mir gefallen hat er nicht.

Meiner Meinung nach ein Film der unnötig ist, aber er ist da, und ich finde ihn langweilig, aber viele finden ihn anspruchsvoll, persönlich vergebe ich maximal

50 von 100
 


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