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Filmkritik: Mord und Margaritas

Diskussionsverlauf

Filmkritik: Mord und Margaritas (tuvok, 14.06.2006)

Beiträge

tuvok
14.6.2006 23:10
Filmkritik: Mord und Margaritas

Meine Meinung, Informationen zum Film, und ein bisschen von allem:


Also irgendwie dachte ich dass der Film spannend sei, aber ich habe mich wohl geirrt. Nun er hat eine sehr gute Musik gehabt, teilweise, und die Story war auch gut. Irgendwie halt nur. Es ist schön zu sehen dass sich Pierce Brosnan auch in das Charakterfach wagt, aber irgendwie konnte ich mich nicht so anfreunden mit der Geschichte die mir vorkam wie die von „Confessions of a dangerous Minds“ oder gar ein bisschen von „Lost in Translation“, 2 der schlechtesten Filme die ich je gesehen habe.

Charakterdarstellerisch waren beide Rollen gut verkörpert, man hat Pierce abgenommen das er mit dem Geschäft Tod zu tun hat, aber das er sich mit Greg Kinnear so anfreundet, wo er doch anfangs davon überzeugt ist, das dieser vom CIA ist, und dann noch die Szene als er so unfreundlich zu einem Kind war anfangs, ich fand das irgendwie übertrieben gespielt. Wie soll der denn wem töten, wenn er sich so benimmt das man sehen kann das er ein Mörder ist, wenn man zufällig dabei ist, wenn ein Auto explodiert? Sicher es war ein Kind, aber der Junge könnte auch die Polizei rufen, und Greg Kinnear auch, was er aber im Film nicht tut.

Hier wird mit dem Thema Tod und Mord so leichtfertig umgegangen als wären es einfach nur Orangen die man verspeist. JULIAN (Pierce Brosnan) und DANNY (Greg Kinnear) hätte man anfangs nie als Pärchen vermutet, und schon gar nicht in so einer überfüllten Stierkampfarena, denn in so einem Ort eine Bekanntschaft zu machen ist schon mehr als unwahrscheinlich. Ich fand dumm das er DANNY erklärt das er im Geschäft mit Todesfällen ist, das er sich um solche Dinge kümmert, was dann später als Auftragsmord meiner Meinung durchgeht, das er so einfach darüber spricht, das fand ich ein bisschen blöde, und kurz darauf ist er wieder in seinem Verfolgungswahn.

Auch fand ich irgendwie unglaubwürdig das dieser Spießbürger DANNY mit BEAN verheiratet ist und so zusammen leben als wären sie Geschwister, was ja JULIAN gar nicht ganz verstehst, denn der ist ein Sex Maniac, und wildert in seinem Revier hier in Mexiko recht gierig herum, und das fand ich auch ein bisschen eigenartig, ein Mann der schon etwas älter ist, keine Angst vor Geschlechtskrankheiten, ein DANNY der auch nicht jung ist, keine Sexuellen Begierden, einfach ein Biedermann, dann treffen sie sich in einer Paar, und JULIAN erzählt DANNY was aus seinem Leben, das so ganz ohne wahre Freunde abgeht, denn von denen hat keiner Zeit, auch nicht zu Weihnachten. Ja da muss JULIAN noch viel dazu lernen über die Menschlichkeit.

Irgendwie erinnert mich das ganze an das Komikerpaar, Jack Lemmon und Walter Matthau, in „Ein verrücktes Paar“, denn obwohl beide nicht verheiratet sind, sie sind nicht schwul, sind sie so irgendwie Streit Geistige Freunde, will sagen, der eine fühlt was der andere denkt, und beide könnten mit Ihrem Repertoire an Lebensweisheiten ruhig das Leben des anderen führen, was ja für DANNY ein verlockender Gedanke war, und mich hat hier gestört, das man sehr wenig von der Art Freundschaft sieht, die JULIAN innerlich DANNY entgegenbringt.

Das ein Film mit fehlender Dramaturgie über einen Professionellen Killer daherkommt, erinnert mich an „Der Schakal“ und zwar die alte Fassung, die neue mit Richard Gere gefiel mir besser, aber der hier hat auch noch ein paar komödiantische Elemente, und das gefiel mir nicht so gut, man sollte sich schon entscheiden, was man in einem Film eigentlich so machen möchte.

BEAN (Hope Davis) gefiel mir recht gut, eine wunderschöne Frau, die sollte eigentlich im Bett bleiben den ganzen Tag wartend auf Paarung, jedenfalls, DANNY ist ja in Mexiko City weil er einen Vertrag abschließen möchte, und JULIAN hat einen Auftrag gehabt und er will seine Seele baumeln lassen, und ja was mir gefehlt hat ist im Endeffekt die Spannung, und auch die Kontinuität der Geschichte Erzählung Vorantreibung.

Der Ex Bond Darsteller flucht mir zu oft, ist zu Sexfixiert, und ist nicht gerade ein Ass in dem Film. Vom ausgelutschten Charakter her ist Brosnan so was wie Billy Bob Thornton in „Bad Santa“ nur war der lustig, aber ein Killer der sich Zehen Nägel lackiert ist nicht so lustig, eigentlich fade, so a la „Der Schneide von Panama“ ein Zelluloides Valium. Sicher sind diese 2 Rollen von JULIAN NOBLE und DANNY WRIGHT gut auf diese Schauspieler gemünzt, aber das hilft nichts wenn der Film teilweise von Langeweile nur so strotzt, denn man hätte ruhig einiges verändern können, z.B. mehr Spannung.

Der Beginn dieser Art Männerfreundschaft hätte meiner Meinung nach Pierce ein bisschen echter spielen sollen, und der Regisseur hätte ruhig weniger an Komödie in den Film bringen sollen, von Mord sieht man fast gar nichts, nur das JULIAN halt fasziniert von seiner Arbeit redet. Und der Spießer DANNY als unsexsüchtiger Langeweiler der erst Spaß kennen lernt als er den Globetrotter JULIAN trifft, hätte mehr Enthusiasmus vertragen.

Kamera, Schnitt und solche Dinge waren für diese Art von Film recht O.K. Warum der Film mit einer Schwangeren Hope Davis während den Dreharbeiten bei einem Sundance Film Festival gut abschnitt ist mir ein Rätsel. Als DANNY in DENVER ankommt am Flughafen war vorher Regen danach Sonnenschein, sonst ist mir kein Fehler aufgefallen.

50 von 100
 


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26.05.2017 00:23:45
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