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Filmkritik: Capote

Diskussionsverlauf

Filmkritik: Capote (tuvok, 30.04.2006)

Beiträge

tuvok
30.4.2006 18:32
Filmkritik: Capote

Vorspiel und Meinung:

Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber die Darstellung Mörder vs. Capote ist etwas eigenartig, ruhig langatmig, anspruchsvoll langweilig, und paßt sich gut in den 112 Minuten langen Film rein. Kam mir vor wie eine Künstlerisch angehauchte Version von „Das Schweigen der Lämmer“ nur allerdings sind die Positionen ein bißchen verwackelt gewesen oder vertauscht besser gesagt.

An dem Film muß ich eines loben, er ist wirklich gut gespielt, alle Darsteller voran der Hauptdarsteller der ja eine Oscarnominierung bekommen hat und den Oscar für die beste männliche Hauptrolle auch gewonnen hat ist mehr als verdient, obwohl ich damals lieber Joaquin Phoenix in „Walk the Line“ gesehen habe, aber wer ihn sieht, muß zu dem Schluss kommen, das ist wahres Method Acting, obwohl mir seine Darstellung nicht so gefallen hat. Nicht weil er nicht gut war, nein er ist perfekt, sondern weil dieses pseudoschwule Techtel Mechtel Gequatsche das mir vor kam als wäre Frau Holle eine Scientology Priesterin, ein bißchen zu viel war. Dieses aufmüpfig sarkastische Lächeln, diese Besserwisser Bewegungen, diese Intellektuell verworrenen Gesichtszüge, die Mimik, das Gerede, das Getue mit dem Mörder, seine Familie, sein Umfeld, das wie er reagiert und wie geil er auf sich war, auch wenn es verbürgt ist das der wahre Truman Capote so war, mir gefiel das ganze ehrlich gesagt nicht und ich habe mir ja nicht viel erwartet bei dem Film, da ich weiß, das Künstlerbiografien oft immer schwierig sind und schwer zu verstehen, außer bei Filmen wie „Freitag der 13.“ Oder „Scary Movie“, oder „King Kong“ oder „Ted Bundy“ oder ähnliches, aber hier wurde ich dennoch ein bißchen enttäuscht von dem ganzen.

Ich bin fast eingeschlafen, die ruhige grauslich wirkende Art dieses Filmes, das langsame Gehabe, das mag vielleicht Leuten gefallen die sich besondere Zeitungen kaufen die voller Wissen sind und so groß sind das man sich damit in Alaska ein Iglu bauen kann, mit nur einer Sonntagsausgabe, und die eine andere Farbe haben als sonst, aber normal Sterblichen Leuten wie die anderen 6,3 Milliarden Menschen neben mir, die fast alle so hochintelligent sind wie ich und so wissbegierig aber trotzdem an so Nicht Popcornfilmen nichts gewinnen können, denen wird der Film nicht gefallen.

Wissenswertes über den Film:

Also der Film basiert ja auf der Biografie „Capote: Eine Biografie“ von Gerald Clarke und wurde ja von United Artists produziert. 1966 hat ja dieser Capote das Buch „Kaltblütig“ veröffentlicht, und hier im Film sehen wir die Arbeit daran. Berühmt wurde er mit dem Buch dem eine Verfilmung folgte – „Frühstück bei Tiffany“.
Der Schriftsteller Clarke wurde berühmt über seine Essays über die Schauspielerin Elizabeth Taylor. Dieser hat damals in Holcomb im Bundesstaat Kansas herumrecherchiert. Die 2 Mörder von damals, Perry Smith, und Dick Hickock, wurden 1965 umgebracht, die haben 40 Briefe an Truman Capote geschrieben, und das hat der dann wiederum für sein Buch verwendet, und die beiden hat Clarke damals nicht kennen gelernt. Und anhand der Briefe hat sich der Drehbuchschreiber Dan Futterman orientiert für den Film. Mit 7 Millionen US $ wurde in 36 Tagen bei Winipeg gedreht.

Der Film hat dann bis dato ca. 28 Millionen US $ eingespielt in den USA. Und der Film hat bei der 78. Oscarverleihung nicht alleine abgesahnt. Viele namhafte Zeitungen schreiben über den Film und sind sic einige das diese Verfilmung des US Schriftstellers sehr gut war, und das der Darsteller die Figur brillant eingefangen hat, charmant war und vor allem dargestellt hat wie Capote seinen inneren Dämonen bekämpft hat, die ihn dann zur Selbstzerstörung geführt haben. Diese Charakterstudie war einer der Film die bei fast allen namhaften Publikationen über Filme bestens abgeschnitten haben.

Am 30.9.2005 ist der Film in den USA gestartet, genau da wo Capote geboren wurde, dann hat man z.B. ein paar Gefängniswärter gesehen von einem wirklichen Gefängnis, und zwar das in Manitoba, vom Headingley Correctional Gefängnis, und die haben mitgespielt, weil es die Authentizität erhöht. Der nächste Film über die schwierige Arbeit zu dem Buch kommt 2006 ins Kino und heißt „Infamous“.

Gewinnungen:

Gewonnen hat der Film bei folgenden Festivitäten:

Boston Society of Film Critics Awards 2005
Dallas-Forth Worth Film Critics Association Awards 2005
Directors Guild of America 2006
Gotham Awards 2005
Independent Spirit Awards 2006
Los Angeles Film Critics Association Awards 2005
National Board of Review 2005
National Society of Film Critics 2006
New York Film Critics Circle Awards 2005
Satellite Awards 2005
Screen Actors Guild Awards 2006
Southeastern Film Critics Association Awards 2005
Toronto Film Critics Association Awards 2005
Writers Guild of America 2006


Noch weiteres was interessant ist über ihn und den Film:

Ursprünglich sollte ja Sandra Bullock die Rolle der Harper Lee spielen, doch in der neuen Verfilmung ist sie dann dabei. Am 30.9.1924 ist er in New Orleans geboren und gestorben ist er am 25.8.1984 in L.A.
Geboren wurde er als Truman Streckfus Persons, ein ziemlich eigenartiger Name. Er hat nie Lesen und Maschine Schreiben gelernt, er hat sich das selbst beigebracht. 1934 ging’s von zu Hause nach New York. Mit seiner Freundin Harper Lee. Dort kam er ans Theater, lernte Gloria Vanderbilt kennen, und war mit 18 Redaktionsgehilfe bei der Zeitung New Yorker. Das Buch „Schließ die Tür“ war damals 1948 als er es veröffentlichte, das am meisten diskutierte Buch des Jahres. Er verließ seine Freundin die 24 Jahre älter war als er. Er hat auch das berühmte Buch „Die Grasharfe“ geschrieben.

Er zog durch Europa, schrieb sein Tiffany Buch, dann das Buch von dem dieser Film handelt, das wurde 1966 ein Bestseller, alles riss sich um ihn, er gründete den Black & White Ball und war mit 45 Jahren ein Wrack.
Er hat wie Heidi Fleiß viel veröffentlicht über einige Typen der High Society, wurde da nicht sehr beliebt, wegen ihn hat sich die Millionärin Ann Woodward umgebracht, er wurde depressiv, landete in Orgien, im berühmten Studio 54 war er Stammgast, drogenkrank, war in Drogenkliniken, und bekam Halluzinationen. Er war oft in Krankenhäusern, abhängig und starb total einsam.

Meine Meinung zum Film:

Ich finde den Film etwas depressiv, subtil und hintergründig, nicht gerade spannend, und einfühlsam, irgendwie alles von allem auf einmal. Nicht ein Film zum Naschen im Kino sondern zum nachdenken, höchst anspruchsvoll und ruhig, dennoch irgendwie mitreißend, aber stinklangweilig, irgendwie traurig, geht ins Herz, ich habe an dem Film keine Freude, kam depressiv raus, nach dem Film kann man locker einen Mord begehen. Seinen Freundin Harper Lee, hier im Film Frau Keener, ist wirklich ruhig, spielt es meisterhaft, sie leidet still mit ihm, stellt ihn nicht bloß, klagt ihn nicht an, ist auf seiner Seite, läßt ihn gehen, ist bei ihm, und immer da. Hoffman spielt super, ist einzigartig, spielt das ganze sehr gut und hat sich lange darauf vorbereitet.

Das Buch „Kaltblütig“ wurde bereits unter selbem Titel 1967 verfilmt, da ging es um die Mörder, das Buch schreiben hat 13 Jahre gedauert, das Drehbuch, bis es fertig war, Philip war in seiner Rolle so gefangen das ihn die ganzen Verwandten und Freunde nicht so richtig erkannten, er hat sich meisterhaft vorbereitet und auch zugenommen, er ist ein hervorragender Schauspieler, die Rolle seines Lebens. Kamera, Schnitt ist O.K. für so einen Film, die Musik nicht mein Fall und das ganze stinklangweilig und ich bin froh dass der Film aus ist. Künstlerisch Top, aber mir gefiel er nicht.

60 von 100
 


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