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Filmkritik: Das Combeback

Diskussionsverlauf

Filmkritik: Das Combeback (Tuvok Richie, 13.01.2006)

Beiträge

Tuvok Richie
13.1.2006 19:15
Filmkritik: Das Combeback

Infos und Inhalt:

James J. ("Jim") Braddock (* 7. Juni 1905 in New York, N.Y., † 29. November 1974), war ein US-amerikanischer Leichtschwergewichts- und Schwergewichtsboxer. Braddock, der sich ab 1919 in verschiedenen Berufen versucht hatte, wurde 1923 Amateurboxer und 1926 Profiboxer. Nachdem er zuvor die Mehrzahl seiner Kämpfe durch K.O. gewonnen hatte, verlor er 1929 einen Meisterschaftskampf im Leichtschwergewicht gegen Tommy Loughran nach Punkten. Durch den Börsencrash (Schwarzer Freitag) 1929 um sein Vermögen gebracht, geriet er sportlich, finanziell und gesundheitlich in enorme Probleme. Entgegen dem Boxergrundsatz "They never come back" gelang ihm 1934 durch Siege gegen John "Corn" Griffin, John Henry Lewis und 1935 gegen den Schwergewichtsweltmeister Max Baer ein für die Zeit sensationelles Comeback, das die Grundlage für den gleichnamigen Film (Original: Cinderella Man) mit Russell Crowe (2005) bildet. Seinen WM-Titel verlor er 1937 gegen Boxlegende Joe Louis, nachdem er den Titelkampf gegen Max Schmeling wegen angeblicher Handverletzung platzen ließ. Schmeling hatte sich für den Titelkampf durch seinen K.o.-Sieg über Joe Louis am 19. Juni 1936 qualifiziert. Durch einen Deal mit Louis Management sicherte sich Braddock auf diese Weise 10 % aller Louis-Börsen ab 1937. Da Louis 12 Jahre lang Weltmeister blieb, machte er Braddock zu einem wohlhabenden Mann. Sein Spitzname "Cinderella Man" spiegelt den unfassbaren Aufstieg vom Arbeiter und Provinzkämpfer zum Boxchampion.

Unglaublich das ein Ex Preisboxer so viel Ruhm und Ehre erlangt hat wie Braddock, das hat vor ihm und nach ihm noch keiner geschafft und noch dazu als Alter Mann im Geschäft so viele Gewinne davongetragen, eine Seltenheit. Boxen war das einzige das er gekonnt hatte. Doch in der Zeit der Depression, nachdem er in 15 Runden gegen Tommy Loughran verloren hatte, wurde er nie wieder derselbe. Er war wie vom Pech verfolgt. Die Wirtschaft verlor sehr viel Geld, von heute auf morgen war auf einmal 40 % alle Aktien weniger wert.

1932 war dann jeder 4. Amerikaner arbeitslos, die Heilsarmee wurde berühmt, was sie bis heute geblieben ist. Ghettos wurden gebaut, keiner konnte sich was leisten, das waren die so genannten Hoovervilles. Benannt nach Präsident Hoover, der es nicht geschafft hatte, die Armen zu unterstützen, bis Franklin Delano Roosevelt kam. Er hatte 3 Kinder, und mußte für 24 US $ im Hafen arbeiten. Hätte er 1934 nicht gegen Griffin gekämpft und gewonnen, Roosevelt hatte ab 1934 das Land wieder im Griff, die Familie Braddock wäre gestorben.

Die Schulden für die Sozialhilfe an die Regierung hat er mit seinem ersparten Geld wirklich zurückgezahlt, wie im Film. Und er wurde der berühmte Gentleman Jim, den auch mal Erroll Flynn dargestellt hat. Dann kämpfte er gegen Max Baer, der zuvor Ernie Schaaf bewusstlos schlug, und der dann darauf starb gegen Primo Carnera, weil er die Prügel von Baer nicht verkraftet hat, in seinem Gehirn hat sich was losgelöst.

1934 hat Baer sogar Schmeling geschlagen, Carnera hat er in 11 Runden 11 x K.O. geschlagen. Am 13.6.1935 kam der damals größte Kampf aller Zeiten, Baer gegen Braddock vor 35.000 Zuseher in der Madison Square Halle. Kein Mensch konnte bis heute verstehen wieso ein Typ der kleiner ist als Baer den Schwergewichtsweltmeister geschlagen hatte, in 15 Runden, obwohl er eigentlich hätte tot sein müssen, oder bewusstlos, doch Jim war eben ungebrochen und ein Kämpfer.

Jeder kannte ihn im Land, er war berühmt bis zum geht nicht mehr, verlor aber 1937 gegen Joe Louis in der 8. Runde, und im Alter von 33 Jahren, das ist alt in der Boxbranche, hat er gegen Tommy Farr, 1938 gewonnen. Gegen den Titel noch mal zu kämpfen hat er dann aus Fairness seiner Familie über aufgegeben. 1964 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen, 2001 in die internationale Hall of Fame. Er hat die längste damalige Hängebrücke der Welt, die Verrazano Brücke geholfen zu bauen und starb 1974, 68 Jährig.

Der Vater von Ron Howard ist übrigens Boxfan und trat als Ansager Al Fazin auf. Trotzdem das der Film gut war, hat die 88 Millionen US $ Produktion nur 62 Millionen US $ in den USA eingespielt. Fast alles wurde nach Fotos angefertigt, Ron Howard ist eben ein Perfektionist.

Meine Meinung:

Eines habe ich nicht verstanden, wie kann man wem den Hintern versohlen das er zwischen den Schultern sitzt? Also der Hintern bei mir geht nicht zwischen die Schultern, viel zu schwer. Der Drehbuchheini Akiva Goldman hat ja einen guten Film geschrieben, nur sein „I, Robot“ fand ich spannender. Vielleicht liegt das am Regisseur. Was ich schön fand, was viele ankreiden, James ist ein braver Junge. Er gibt seinem Kind was zu essen, obwohl er hungrig ist, versucht seinen Sohn zu entdiebstahlisieren, als der nämlich ne Wurst stiehlt, er war hungrig, das waren gute Szenen die mich an „Die Asche meiner Mutter“ erinnern.

Russell Crowe boxt auch sehr gut, trotzdem, es gibt bessere Box und Sportfilme. Sehr gut gefallen hat mir René Zellweger als seine Frau, die so richtig ne Kuh ist, so kuhäugig, brav, demanzipiert, wartet immer brav mit dem Futter bis er heimkommt, kein Streit kam von ihr, so ne richtige 1930 er Frau, die schön brav weiß wo Ihr Arbeitsplatz, Hobbyplatz, Lebensplatz ist. Küche, Herd, und Bett, an der Seite des Mannes, und ja sie hat sogar einen eigenen Willen. Aber das war eben so in den 30 er Jahren. Nicht dass, das jetzt gut wäre, aber es wurde gut gespielt. Sie paßt einfach so für Rollen, vorstellbar ist sie mit „Unterwegs nach Cold Mountain“ da hatte sie auch so ne herrliche altmodische Rolle.

Warum sind die Bilder alle so verwackelt im Film?, Kein Close Up, eher wenig. Wieso nur? Die ganzen Szenen sehen dann nämlich so aus als hätte der Kameramann, der recht gut war in den Film aber keine Offenbarung, einen durchgehenden Schwips.

Der Film ist so ungefähr wie „Die Faust im Nacken“, da spielt er fast die selbe Rolle wie Brando, dann etwas Schleimromantik wie in „A beautiful Mind“, und dann ein bißchen Kämpfe wie in „Rocky“ aber trotzdem er von so guten Filmen geklaut hat, der Regisseur Ron Howard, ist der Film nur gutes Mittelmaß.

Der Untertitel im Film – Das Comeback, für eine zweite Chance ist es nie zu spät – kommt in dem Film gut rüber, denn auch beim Boxen, Leben, es ist nie zu spät für einen Neuanfang, doch diese gute altmodische Botschaft die eh schon jeder kennt, ist auch nicht gerade gut rübergekommen.

Also James Braddock nicht ausgezahlt wurde, und der Kampf ungültig war, und ihm die Lizenz entzogen wurde, dachte ich schon, er ist trauriger. Dann ist seine Hand an 3 Stellen gebrochen, und er reagiert wie ein Teenager beim Apfelstrudel backen. Kein schmerzverzerrtes Gesicht, keine Angstanfälle wie es weitergeht, keine Schmerzen bis zum Abwinken. Vielleicht war die Zeit so das die Leute generell brutaler waren, denn James mußte erst überredet werden nicht zu arbeiten, denn die Hand ist gebrochen, und im Gips nimmt ihn eh keiner, wie gut das man eine Frau hat, die denkt.

Wieso aber läßt Ron Howard der Regisseur von „Apollo 13“ den Spruch anprangern, anfangs des Filmes der 140 Minuten dauert, das es keine ergreifendere Boxgeschichte gibt, obwohl das gar nicht stimmt, denn weltweit wird so viel geboxt, vom Parlament über das Ehebett, hin zum Swingerclub, über die Vorschule hin zum Gemüseladen usw. Das weiß Ron ja alles nicht.

Da ist in dem Film ein Typ der heißt Max Baer, der ist genauso fast abgekupfert wie Jake LaMotta in dem Weltklassefilm „Wie ein wilder Stier“, was eh egal ist, denn die heutige Jugend kennt die alten Klassiker eh nicht. Aber egal, der Film ist nicht übel. Aber wieso hieß er Cinderella Man im Englischen Original? Vielleicht als Erinnerung an die Aschenputtel Story? Von Nichts zum Champion?

Die gut choreographierten Boxszenen waren ja nicht so übel, sie waren sogar gut, vielleicht sogar mehr, denn in dem Film ging es mehr ums leben, statt ums Boxen und das ist auch gut so. Würde man die Szenen mit „Ali“ vergleichen, vergiß es, die waren dort besser, aber auch hier war das Boxen gut, die Lebensdarstellungen spannend, wie sie ums Überleben gekämpft hatten, und er war auch immer ehrlich. Ein Vater der absolut bemüht ist wie ein Löwe für seine Kinder zu kämpfen, und es wird hart, denn Dad hat nichts mehr was er verkaufen kann.

Die Leute damals haben das Boxen geliebt in Amerika, wie wir das Skifahren oder Formel 1 Rennen, und jeder kannte Joe Louis, Max Schmeling, oder James Braddock, aber James verschwand bald aus dem Namensgedächtnis der Leute, die anderen 2 blieben unsterblich.

Gut war der Kampf als James gegen Corn gekämpft hat, und in der 1. Runde aussah als wäre er schon tot, und in der 3. Runde hat er gewonnen. Fast zum Heulen so spannend und schön, da lebst mit, boxt deine Freundin K.o. zerstörst deinen Sitz neben dir der eh leer ist, gewinnt gegen den grünhosigen Arsch, der viel größer und stärker ist als er, und besser boxen kann, sieht trotzdem sexy und souverän aus, aber als er geboxt hat, wow, die Sau die hat er zerstört, doch der Arsch Corn stand auf, doch seine Linke, die herrliche Kombination in der 3. Runde, die hat alles entschieden, wie bei „Rocky“ das war echt cool, das Kino ist gestanden, obwohl nur 4 Leute im Film waren, egal, es war einfach super, spannend, mitreißend, und der Rest des Filmes ist sentimental.

Nun auch wenn im Film ein bißchen Langeweile aufkam, der Schluss hat mich sehr überzeugt, ich fand den Film gut, 85 von 100 verdient er.
 


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23.05.2017 18:51:37
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