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Filmkritik: Flightplan - Ohne jede Spur

Diskussionsverlauf

Filmkritik: Flightplan - Ohne jede Spur (Tuvok Richie, 20.11.2005)

Beiträge

Tuvok Richie
20.11.2005 09:12
Filmkritik: Flightplan - Ohne jede Spur

Inhalt:

KYLE PRATT (Jodie Foster) ist eine Triebwerksingenieurin und lebt mit Ihrem Mann in Berlin bis er durch einen Unfall stirbt. Er hinterlässt eine 6 jährige Tochter JULIA. KYLE nimmt sich vor für die Überführung des Leichnams zu sorgen und fliegt mit Ihrer Tochter endgültig in Ihre Heimatstadt New York zurück.

Doch im Flugzeug angekommen passiert es. Tochter JULIA verschwindet. KYLE hat sie in dem modernen 474 Flugzeug der Alto Airlines kurz aus den Augen gelassen. Sie glaubt natürlich an Verschwörung und setzt alles in Bewegung bis hin zur Beschuldigung der Passagiere, in dem Fall 2 arabische Fluggäste.

Und als der Kapitän RICH (Sean Bean) Ihr sagt, das man vom Krankenhaus in Berlin weiß, das die Tochter tot ist, muß sie sich abfinden das es nie eine Tochter gab, oder doch?

Informationen:

Unglaublich das Sean Bean einen Piloten spielt und in Wirklichkeit hat der Schauspieler aber Flugangst, und das nicht erst seit dem 11.9.2001. Robert Schwentke der für den deutschen Klon von „Se7en“ – „Tattoo“ auch Regie geführt hat, hat sich wirklich hier in kein Fettnäpfchen gesetzt, denn er hat eines draufgesetzt, einen Spannungsbogen nämlich.

Foster ist 2 fache Mutter und 2 fache Oscarpreisträgerin. Und sie mag Geschichten die sich in engen Räumen abspielen, und Geschichten die Intensität versprühen, wo man sich als Schauspielerin anstrengen muß.

Die Schauspielerin Erika Christensen die, die blonde Stewardess Fiona spielt, mußte ein 15 cm dickes Manual lernen, das jeder Flugbegleiter zu lernen hat. Kate Beahan die Stephanie, die brünette Stewardess, die wirklich wunderschöne Augen hat, ist aus Australien und eine Newcomerin, und mußte sich anstrengen das Ihr Akzent beim Dreh nicht durchkommt.

Tochter Julia hat hier Ihr Debüt. Das Flugzeug war ein 100 Meter langes Set. Die Seitenwände bestanden aus Styropor. 16 Wochen wurde in einer 8.500 m² großen Filmbühne in Los Angeles verbracht. Das Set war nämlich sehr groß für den Bau des Flugzeuges auf dem Set.

Und damit alles echt aussah und wirkte, mußte die Crew und alle Beteiligten einige Zeit an einem Spezial Crashkurs teilnehmen für Flugtechnik und allem was dazugehört. Das Außenmodell war ein 10 Meter langes Ding.

Der Flughafen im Film ist der Flughafen in Leipzig der erst gerade gebaut wird, und da hat man 3 Tage dann gedreht.

Meine Meinung:

Definitiv einer der spannendsten Filme dieses Jahr. Obwohl er mit 95 Min. sehr kurz ist. Aber durch Jodie Foster, deren Darstellung an den Film „Panic Room“ erinnert, wo auch alles immer so knapp geworden ist muß ich sagen, das diese Geschichte noch eines drauf setzt. Anfangs hat sie mich an „The sixth Sense“ ein bißchen erinnert, dann eher an „Einsame Entscheidung“. Der Film ist einfach spitze.

Jodie spielt die Mutter nicht so wie ich es mir erwartet habe, was daran liegt, das sie mit Ihrer Tochter nicht zusammen ist, aber dann Ihre Reaktion, die einer perfekten Mutter sich um nichts zu scheißen, und alles rebellisch machen, sich nicht zu genieren das man sie auslacht, weil sie keine Tochter hat, obwohl jeder gegen sie ist, das ist schon eine starke Darstellung, für eine höchst starke Frau.

Jeder andere wäre ganz geknickt da gesessen und hätte vielleicht erkannt, das es doch keine Tochter gibt, das sie sich den Tod eingebildet hat. Und viele andere hätten dann in den 2 arabischen Fluggästen auch Terroristen gesehen die Ihre Tochter entführt haben, doch sie bleibt ruhig und normal nachdem Ihr Handschellen angelegt wurden und überlegt was sie machen soll. Man merkt da richtig stark Ihre Mutterinstinkte. Den stärksten Instinkt den es überhaupt im ganzen Weltraum gibt. Leider wird er oft negativ ausgenutzt von ein paar Mistigen Vertretern der Gattung Mensch.

Die Musik im Film habe ich gar nicht so richtig mitbekommen, war ganz in der Spannung drinnen, und ich glaube der Film hatte gar keine Musik, die auch nicht nötig war, denn er war einfach viel zu spannend für Musik. Das merkt man schon als sie am Flughafen in Berlin, nachdem Ihr Mann vom Dach gesprungen ist mit Ihrer Tochter nach Amerika fliegen wollte, um den Leichnam zu überstellen, und sie verliert auf einmal die Tochter. Da hat man so richtig die knisternde Spannung gemerkt, wie wenn auf einmal was passieren würde. Das lag wahrscheinlich an der guten Schnittführung des Filmes, oder an den guten Kameraeinstellungen, vielleicht an beidem, ich weiß nicht, es war jedenfalls sehr gut gemacht.

Ich finde das Jodie für Rollen von Frauen die in Extremsituationen über sich hinaus wachsen am besten spielt, außer vielleicht noch ganz wenige andere, aber sie ist echt dafür prädestiniert. Alleine schon von Ihrem hageren ernsten Aussehen. Mich erinnert der Film auch an den Hitchcock Klassiker „Eine Frau verschwindet“ der ähnlich aufgebaut ist.

Gut fand ich auch Sean Bean als Pilot der eine wirklich angenehme ruhige Art hat, und seiner Rolle als Pilot, also der Schauspieler, wirklich gut klar kommt. Er wirkt nicht überheblich und er wirkt genau, und er spielt seine Rolle die ihm aufgetragen wurde sehr gut. Ob als Bösewicht oder Schwert tragender Kämpfer Boromir, er macht eigentlich immer eine gute Figur, bis auf ganz wenige Ausnahmen, was aber daran liegt das es dämliche Filme sind. Hier hat er aber eine gute Rolle bekommen. Die ihn zwar nicht anstrengen läßt, aber dennoch sehr gut in seiner Rolle aufgehen läßt.

Wer mich auch gut gefallen hat ist Marshall Gene Carson, der seine Rolle als Aufpasser von Jodie Foster sehr gut und wirklich einfühlsam gespielt hat. Er hat wirklich einen leidigen Job. Da fliegt man mal mit einem neuen Flugzeug von Berlin in die USA, und dann ist da eine Dame mit Wahnvorstellungen, und man hat nicht mal Ruhe zum Schlafen, und das hat mich dann ein bißchen gestört, die Leute sahen nicht müde aus, abgekämpft, verschlafen, furzten und rülpsten nicht, kamen nicht vom Klo, und sahen zu künstlich aus. Das war etwas blöd gemacht.

Dieser famose Thriller zeigt vor allem eine tolle Jodie Foster kurz vor dem Nervenzusammenbruch, herrlich gespielt. Und erinnert mich an Rachel McAdams im Thriller „Red Eye“ der eine ähnliche Story aufweist und noch gar nicht lange her ist. Vielleicht entdecken die Filmemacher das Flugzeuge gut fürs Geschäft sind.

Blöd fand ich die Erfindung einer 474, einer Alto Airlines, das sah blöd konstruiert aus. Und einen großen Kritikpunkt muss ich dem Film doch vorwerfen, der meiner Meinung nach Ähnlichkeiten mit „The Forgotten“ hat, die Auflösung finde ich etwas langweilig, unvermutet aber dann etwas blöd, einfach und schlecht umgesetzt, und es fehlen einfach wertvolle Filmminuten, so liegt eigentlich die ganze Spannung in der ersten Hälfte des Filmes bis zur Auflösung, und bis zu Ende hin, wird der Film eigentlich dämlich meiner Meinung nach. Aber das macht nichts, er ist trotzdem spannend und gut gelöst.

Also das Ende ohne Jodie Foster, und der Film wäre was für den Müll. Dann noch etwas Unlogik dazu. Die Araber wurden verdächtigt als Terroristen im Flugzeug zu sein, das konnte gar nicht sein, weil seit dem 11.9.2001 die Kontrollen für Araber irre groß sind, dann noch dazu das keiner der Fluggäste und Stewardessen gesehen hat das ein Kind an Board war, das ist auch etwas dämlich gewesen.

Schade das gegen Ende des Filmes der Peter Sarsgaard, der Carson spielt, so blass und ruhig war, und vom schauspielerischen her nicht gerade besonders sich angestrengt hat, das hat mich dennoch ein bißchen gestört, was nicht heißt das der ganze Film schlecht ist, aber es macht den Film nicht besser.

Dann ist da noch die geile Stewardess Erika Christensen Fiona, die nicht glaubt was Kyle Pratt sagt, die man aus dem Film „Swimf@n“ kennt, aber die ist hier leider blass, obwohl Ihre Rolle, überhaupt gegen Ende hin viel mehr an Motivation und Eleganz verlangt hätte, und vor allem spannendes Dreinschauen, aufregendes Augen aufschlagen, und herzerschütterndes Sich bewegen.

Gut gefallen hat mir hier der Kurzauftritt von Greta Scacchi als Therapeutin, aber die war leider nur kurz zu sehen. Wunderbar wie der Film versucht den Zuseher auf die falsche Fährte zu locken. Wieso eigentlich im Film fragt einer der Passagier die Flugzeugingenieurin Jodie Foster, ob sie sich die 5 er Reihe in der Mitte, die Sitze, ausgedacht hat, wo es doch schon seit langem in jeder 747 – 400 Boeing 5 Plätze nebeneinander gibt. Das fand ich eigentlich nicht passend.

Man erfuhr nichts vom Superflugzeug Airbus A 380, das größte Passagierflugzeug aller Zeiten, da hätte man den Film machen können, aber das macht nichts, das Flugzeug versprüht eine Menge an Atmosphäre und wirkt direkt sympathisch, und meine Freundin und ich sind überzeugt, trotz kleiner Fehler einer der spannendsten Filme dieses Jahres.

Was mich gefreut hätte bei dem Film wäre eine Etablierung der Darsteller im Filmgeschehen, eben wie bei „Eine Frau verschwindet“ bevor ein Multimediales Katz und Maus Spiel los geht.

90,19 von 100
 


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28.05.2017 03:13:06
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