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Filmkritik: Goal! - Der film

Diskussionsverlauf

Filmkritik: Goal! - Der film (Tuvok Richie, 11.11.2005)

Beiträge

Tuvok Richie
11.11.2005 13:35
Filmkritik: Goal! - Der film

Meine Meinung und einige Informationen zu dem Film:

Ursprünglich wollte man eine Trilogie in kurzer Zeit abdrehen, aber das hat dann doch länger gedauert. Eine Trilogie über den Fußball. Und raus kam dieses Werk. Natürlich hat man sich gedacht, he wer kann denn dieses Projekt unterstützen, schließlich hat ja ein Film Kosten, und bei diesem waren sie bei 30 Millionen US $. Der Film ist eine Co Produktion zwischen Amerika und England. Dort ist er dann auch gelaufen, weil sich ja die Handlung in England abspielt und man hat ein gigantisches Einspielergebnis von 2 Millionen Pfund Sterling erreicht, was absolut nicht viel ist, sondern eher ein Flop.

Vielleicht liegt es daran das die Aufsteigergeschichte eines Fußballers aus den Armengegenden zum Fußballverein Newcastle United, dann rüber gewechselt zu Real Madrid, und dann zur Weltelite doch nicht so vielen Leuten interessiert, und die es interessiert sind dann zu Hause vor dem TV und sehen zu wenn eine Weltmeisterschaft abgeht. Und ich finde auch diese Geschichte furchtbar langweilig.

Ich bin froh das sich meine Freundin und ich nicht für Fußball interessieren. Wieso wir uns diesen Film angesehen haben weiß ich nicht, aber ich dachte er wäre gut. Ist er es auch. Abgesehen von der Handlung die mich 0 interessiert. Er ist sehr gut gespielt. Kuno Becker, der am 14.1.1978 in Mexiko City geboren wurde, ist so was wie ein junger Leonardo DiCaprio, den man am besten aus Filmen wie „This Boys Life“ oder „Gilbert Grape“ noch kennt. Innovativ, nicht von Drogen oder Geld verseucht, ein guter Schauspieler. Sicher man hätte aus der Rolle von Munez hier im Film noch mehr machen können.

Die Geschichte die sich rund um L.A. beim Hafen abspielt ist wirklich gut. Einwanderer nehmen meistens immer eines mit wenn sie ins Ausland gehen. 10.000 Familienmitglieder und einen Fußball, und sind dann meistens glücklich. Der Fußball für den Sport, die Familie für die Fortpflanzung.

Ich finde das die Geschichte von Santiago Munez sehr gut rüberkommt. Sicher gibt es schon genügend Geschichten über illegale Einwanderer von Mexiko nach Amerika, aber diese hier ist deswegen auch was besonderes, weil der Vergleich der beiden Welten, im Bereich, Armut, Lebensweise, Materialismussucht sehr gut zu sehen ist. Während hier die einen Leute die Familie, Ihr eigenes Land pflegen, sind die anderen integrierten Ausländer im Land schon auf dem Trip, das sie auf andere eigene Einwohner schon runterschauen, und sich der Gesellschaft anpassen, indem sie die Wurzeln Ihrer eigenen Kultur vergessen.

Das mag in diesem Film der Fußball sein. Ein Film der so was zeigt ist schon oft da gewesen, meines Wissens noch keiner der Fußball im Hauptblickfeld hat. Gut war es im Film das spanisch gesprochen wurde, und diese Szenen untertitelt wurden. So konnte man nicht nur von der Emotionalen Lebensfreude und Traurigen Armut der Bewohner was mitbekommen, sondern man konnte auch sehen das nicht alle Ausländer Schweine sind. Denn hier wird klar, man kann sich ruhig integrieren wenn man ein Einwanderer ist, ohne seine Wurzeln zu vergessen, und sich trotzdem den üblichen Gepflogenheiten anpassen, wie Santiago eben. Viele aus seiner Nachbarschaft arbeiten, jeder kann Englisch, fast jeder, jeder ist lernwillig, man hat nicht Zigaretten, Alkohol, TV, teure Schuhe zum Alleinbild der Lebensberechtigung gewählt, sondern in dem Falle halt den Fußball, ein Sinnbild der Verbrüderung dieser armen Leute, die sonst sehr wenig haben, und mit diesen einfachen Dingen wie einen unnötigen Fußball schon zufrieden sind, während andere Leute einen 407 Km/h schnellen Bugatti brauchen um 1 Million US $, um einen Orgasmus zu bekommen.

Die Gesellschaft die hier im Film gezeigt wurde, ist natürlich richtig brutal, vom Leben her, richtig realistisch. Du arbeitest, du kommst heim, du sportelst, du hast kein Geld, du bist traurig, jeder zweite in deiner Familie ist krank, und du kommst immer mehr dahinter das dich der große Bruder USA einfach nur ausnutzt und benutzt.

In dem Film taucht Talentscout GLEN FOY (Stephen Dillane) auf, der sieht sich Santiago an, und wie jeder wirklich gute Talentscout sieht er das Talent dieses Jungen. Dieses ungebrochene Talent, diesen Willen nicht aufzugeben, diese Bereitschaft zu opfern um gut zu sein. Eine seltene Eigenschaft die eigentlich nur Wirtschaftsbosse und Schönheitschirurgen haben. Beide machen es für Geld, aber Santiago für Sport, Spaß, Liebe, und dann erst Geld.

GLEN sieht das er ein Profi werden könnte und bietet ihm an von L.A. aus nach England zu fliegen und dort zu spielen, doch dieses Versprechen kostet einige Tausend US $ und die hat die Familie MUNEZ nicht. Außerdem wird er ja hier gebraucht bei seiner Familie, doch er fliegt rüber und zwar mit dem Geld das ihm seine Oma gibt sie ihn über alles liebt. Ihr Sohn ist erwachsen, die halbe Familie in Mexiko, einige schon gestorben, und sie macht ihm die Überraschung seines Lebens. Einfach so. Du fliegst schon heute, sagt sie ihm in einem gebrochenen Spanischen Dialekt eigentlich, mit glasklarer Deutscher Übersetzung, was ich nicht so gut finde, denn der ganze Flair bleibt dann auf der Strecke, dieser Sprachvielfalt aus Spanien.

Hätte GLEN sich in England nicht für SANTIAGO so eingesetzt, er glaubt ja schließlich an ihn, hätte er nach dem Spiel, es hat gerade ein Gewitter gegeben, und er spielte sehr schlecht, der SANTIAGO, also hätte er sich nicht eingesetzt für seinen Sprössling, dann hätte der Chefcoach ERIK DONHELM bei Newcastle United nicht ein Monat spielen dürfen.

Und einige Wochen später: einer der besten Spieler, ALAN SHEARER von United ist sein Freund. Er hat schon lange davon geträumt an seiner Seite wie ein Reh mit zu laufen und hinter diesem blöden Ball her zu trippeln, und er hat es geschafft. SANTIAGO fühlt sich wie ein GOTT. Seine Familie ist vergessen, Fußball ist jetzt sein Leben.

Irgendwie habe ich immer das Gefühl das Sportfilme den Sport für die Leute interessant machen sollen die faule Schweine sind. War schon der Film „Das Wunder von Bern“ saulangweilig, ist es dieser hier auch. Nicht wegen den Darstellern, einfach dieses ganze, Fußball ist mein Leben, dieses interne Gequatsche, schlimmer als beim hervorragenden „An jedem verdammten Sonntag“, ist dieser Film deswegen, weil er sich keine Zeit für eine richtige Einführung nimmt und für Fußballuninteressierte wie mich und meine Alte keine Zeit zur Einführung nimmt.

Dafür war wieder schön, SANTIAGO als Rocky Verschnitt trainieren zu sehen, am Strand, laufend, im Regen, in der Kälte, nicht aufgebend. Und ein paar schöne Wasserwellen im Meer hat man auch gesehen. So sympathisch kommt leider alles nicht rüber und es ist auch viel vorhersehbares Klischee dabei. Armer Junge, fliegt rüber, kriegt viel finanziert, überlebt, kommt zur Weltspitze und ist ein entscheidender Punkt in der Weltmeisterschaft. Nicht gerade gut.

Es kommen natürlich echte Fußballspieler vor, aber die sieht man nur kurz, der Rest sind Schauspieler. Graeme Revell war übrigens für den Soundtrack verantwortlich der sich ins Ohr bohrt, und bekannt bleibt, während der 89 Filmminuten, aber mir nicht gefällt. Danny Cannon, der Regisseur von C.S.I. hat hier auch Regie geführt, aber nicht so gut, außerdem hat mir die Serie auch nicht gut gefallen. Im 2. Teil, der Film danach, da gibt es den Santiago Munez wieder, dann kommt er zu Real Madrid. Gleiche Schauspieler, anderer Regisseur, Goal 2 kommt 2006 ins Kino.

Leider ein Film bei dem man sich nicht so super wohl fühlt, außer man ist Fußball narr, und man mag das ganze Herumgetue über so einen langweiligen Sport, bei dem auch sogar Frauen miteifern. Obwohl doch jeder weiß das die beste Frauensportart zu Hause stattfindet, da hat sie wenigstens Zeit sich eine auszusuchen. Gibt eh genügend, die nicht nur immer mit Paarung zu tun haben.

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23.05.2017 01:51:06
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